1050. Jahrestag der Taufe Polens

Polen als katholischen Staat gibt es seit dessen Taufe im Jahre 966. Das 1000. Jubiläum wurde noch im sozialistischen Polen begangen, wo es in erster Linie einen historisch-politischen Charakter hatte. Fünfzig Jahre später wird das Jubiläum in einer Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat organisiert. Das Jahr 2016 ist offiziell durch das Parlament als Gedenksjahr der polnischen Taufe ernannt worden.

Warschauer Erzbischof Kazimierz Nycz Im Jahr 966 begann der erste Herrscher des polnischen Landes – Mieszko I.– durch seine Heirat mit Dubrawka vom Böhmen und der römisch-katholischen Taufe den langen Prozess der Christianisierung seines Territoriums. Dieser dauerte noch bis ins 15. Jahrhundert, als die bisherigen heidnischen Bräuche komplett verschwunden waren. Das Jahr der Taufe Mieszkos wird als eine bedeutende Wende betrachtet – seit diesem Zeitpunkt gilt Polen als christliches Land. Viele sehen hier den Beginn polnischer Staatlichkeit.

Das große tausendjährige Jubiläum dieses Ereignisses fiel auf eine nicht gerade günstige Zeit. Im Jahr 1966 war Polen ein sozialistisches Land, in dem die Kirche unterdrückt wurde. Das damalige Jubiläum wurde also vor allem auf der historisch-politischen Ebene gefeiert. In den Jahren 1960 bis 1966 wurden beispielsweise unter der Parole „1000 Schulen für das 1000. Jubiläum“ ca. 1500 Schulen gebaut. Zudem entstanden neue Straßen und Hochwasserdämme, Tausende von Bäumen wurden gepflanzt. Doch die rein christlichen Veranstaltungen blieben im Hintergrund.

Gesetz zum 1050. Jubiläum

Fünfzig Jahre später, nach der Wende und mehreren Machtwechseln kann das 1050. Gedenkjahr gemeinsam mit Kirche und Staat gefeiert werden – besonders, da die aktuell regierende Partei großen Wert auf den katholischen Glauben legt. Anfang Januar hat das polnische Parlament ein Gesetz verabschiedet, welches das Jahr 2016 zum Jubiläumsjahr der polnischen Taufe erhebt.

Die Taufe von Mieszko I. wird in den Chroniken auf den 14. April 966 datiert. Deswegen werden auch die Hauptfeierlichkeiten genau auf diesen und die folgenden Tage gelegt. Am 14. April wird Präsident Andrzej Duda zusammen mit dem Episkopat in der Gnesener Kathedrale (Gnesen war die erste Hauptstadt Polens) der Taufe 966 gedenken. Am 15. April wird das wichtigste Ereignis stattfinden – die Nationalversammlung. Zum ersten mal wird die Versammlung außerhalb der Hauptstadt Warschau organisiert. Die Feierlichkeiten werden nämlich in Posen veranstaltet. Zu dieser Veranstaltungen werden rund 1200 Gäste eingeladen, darunter die Regierung und Abgeordnete beider Kammern des Parlaments.

Bild: Warschauer Erzbischof Kazimierz Nycz // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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