25 Jahre deutsch-polnischer Versöhnung

Am letzten Sonntag feierte Berlin 25 Jahre Mauerfall. Im November vor einem Vierteljahrhundert ist es aber auch zu einem anderen, wichtigen historischen Ereignis gekommen: am 12. November 1989 fand die Heilige Messe in Kreisau (Niederschlesien) statt, an der Helmut Kohl und der damalige polnische Premierminister Tadeusz Mazowiecki teilnahmen und die zu einem Zeichen der deutsch-polnischen Versöhnung wurde.

Einige Tage nach der Grenzöffnung in dem noch geteilten Berlin, die man als „Mauerfall“ bezeichnet, ist der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl nach Kreisausschuss (Woiwodschaft Niederschlesien) gekommen, um am Versöhnungsgottesdienst teilzunehmen. Das gemeinsame Feiern der Messe mit dem damaligen Premierminister Tadeusz Mazowiecki ist zu einem Symbol der Versöhnung in der Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen geworden.

Erzbischof Alfons Nossol, der die Heilige Messe und die Predigt gehalten hatte, erzählte kurz danach, er habe nicht gewusst, in welcher Sprache er die Begrüßung vor der Predigt zuerst hätte halten sollen oder wem zuerst er die Hand während der Übergabe des Friedenszeichens drücken sollte. Trotz der Aufregung ist alles gut gelungen und das Friedenszeichen, das eigentlich in jeder Heiligen Messe in der katholischen Kirche unter den Gläubigen gegeben wird, ist damals anders durchgeführt worden. Mazowiecki und Kohl haben sich lange die Hände gedrückt. Das Bild von diesem Händedruck ist zum Zeichen einer neuen Ära zwischen Polen und Deutschland geworden, es ist schon am nächsten Tag weltweit in den Medien erschienen. Der Gottesdienst in Kreisau wurde auch mit dem Gottesdienst in Reims im Jahre 1962 verglichen, dem Charles de Gaulle und Konrad Adenauer beigewohnt hatten.

Die wichtigste Folge der Heiligen Messe in Kreisau war ein gemeinsames Abkommen zwischen Polen und Deutschland, in dem die Richtlinien der Versöhnungspolitik festgelegt wurden. Es wurden alle Ereignisse zusammengefasst, die ausschlaggebend für die deutsch-polnischen Beziehungen waren und ein Plan der Zusammenarbeit beider Länder entworfen.

25. Jubiläum

Heute fand in Kreisau ein Gottesdienst zum 25. Jubiläum der Versöhnung statt. Es wurde auch die Konferenz „25 Jahre der deutsch-polnischen Versöhnung – ihre Bedeutung für Europa und ein Beispiel für die Welt“ veranstaltet, während dieser Wladyslaw Bartoszewski und Erzbischof Alfons Nossol Vorträge hielten.

Am 20. November werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premierministerin Ewa Kopacz die Ausstellung „Mut und Versöhnung“, ebenfalls in Kreisau, gemeinsam eröffnen. Die Ausstellung wird Persönlichkeiten vorstellen, die die Geschichte der deutsch-polnischen Versöhnung und ihr Erbe förderten und sich gegen Vorurteile einsetzten.

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