Abtreibung – Polen driftet nach rechts

Das polnische Meinungsforschungsinstitut CBOS veröffentlichte heute Zahlen, wo nach der polnische Abtreibungskonsens immer stärker zugunsten einer Verschärfung der Abtreibungsregelung aufbricht. Demnach ist im Vergleich zum Vorjahr die Zustimmung zur Abtreibung aufgrund der Gesundheitsgefährdung der Mutter um 8 Prozentpunkte zurückgegangen. Auch die Zahl der Befragten, die den Kompromiss tragen liegt, jedoch beständig, bei ca. 50 Prozent. Knapp über 80 Prozent der Befragten sind jedoch für einen Schwangerschaftsabbruch, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist.

In Polen besteht eine 1993 eingeführte und als Abtreibungskompromiss bezeichnete Regelung, die die Abtreibung in drei Fällen zulässt und im europäischen Vergleich relativ restriktiv ist – davor war die Abtreibung auf Wunsch legal. Im Laufe der Zeit wurde der Kompromiss jedoch von verschiedenen Seiten in Frage gestellt. Die Kirche und mit ihr in Verbindung gebrachte Aktivisten setzten sich für eine Verschärfung der Regelungen ein. Die Linke (SLD) setzte eine Liberalisierung des Gesetzes durch; 1996 wurde eine Gesetzesinitiative im polnischen Parlament (Sejm) verabschiedet, wonach die Abtreibung in einer schwierigen Lebenssituation möglich war, was jedoch vom Verfassungsgericht aufgrund der damals besehenden kleinen Verfassung wieder rückgängig gemacht wurde. Die Konflikte dauern weiter an – zurzeit ist eine Verschärfung dieser sichtbar.

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