Änderungen in der Bildung

In den nächsten Jahren soll sich im polnischen Bildungswesen viel verändern – das hat jedenfalls die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vor den Wahlen versprochen. Es soll zum alten Schulsystem zurückgekehrt werden, die Gymnasien sollen abgeschafft werden. Ab dem nächsten Schuljahr müssen zudem die 6-Jährigen nicht mehr eingeschult werden und die Prüfung am Ende der Grudschule wird abgeschafft.

Treffen mit kinderreichen FamilienDie PiS-Regierung macht sich in vielen Bereichen zügig ans Werk, was man an den zahlreichen neuen Gesetzen beobachten kann. Die Bildung bleibt dabei keine Ausnahme. Noch vor dem neuen Jahr wurde bekannt gegeben, dass keine Einschulungspflicht für Kinder im Alter von sechs Jahren mehr besteht. Die PiS-Regierung hat beschlossen, dass die Eltern wieder die Wahl haben, ob das Kind mit sechs oder erst mit sieben Jahren eingeschult wird. Darüber hinaus wird die Prüfung am Ende der Grundschule ab dem nächsten Jahr abgeschafft.

Die Vorschrift, dass Kinder ab sechs Jahren eingeschult werden müssen, wurde von der vorherigen Regierung eingeführt. Diese Änderung war von massiven Debatten der Befürworter und der Gegner begleitet. Nach langen Diskussionen hat sich die Regierung mit dem Gesetz durchgekämpft. Nun sieht es so aus, dass nach kurzer Geltung zu den alten Vorschriften zurückgekehrt wird. Laut alten Vorschriften waren Eltern dazu verpflichtet, das Kind vor der Einschulung auf diese vorbereiten zu lassen – das heißt also, es bestand eine Pflicht, das 5-jährige Kind in den Kindergarten zu dieser Vorbereitung zu schicken. Nach der Gesetzesänderung besteht wieder nur das Recht, Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren in die Kita zu schicken, es ist allerdings keine Pflicht mehr.

Keine Prüfung für Grundschüler mehr

Heute gab Bildungsministerin Anna Zalewska zudem bekannt, dass ab 2017 eine weitere – ihrer Meinung nach unnötige – Pflicht abgeschafft wird. Dabei handelt es sich um die Prüfung in der sechsten – und letzten – Klasse der Grundschule. Das Bestehen dieser Prüfung war die Bedingung, in die nächste Bildungsstufe (Gymnasium) zu kommen. Da in diesem Schuljahr bereits alles für die Prüfung vorbereitet ist, wird diese 2016 noch stattfinden- dann aber nicht mehr.

Zalewska sprach auch von weiteren Projekten – dazu gehören die Möglichkeit der Abiturienten, die Ergebnisse der Reifeprüfung zu widerrufen, und die geplante Abschaffung der Gymnasien. Daran arbeitet das Ministerium zwar noch nicht, weil zuerst mit der Gesellschaft debattiert werden soll. Es müsse sich aber etwas ändern, so Zalewska. Ihrer Meinung nach sei es sehr wichtig, über die Rückkehr der vierjährigen Oberschulen zu sprechen. Dabei beruhigte sie vor allem die Gymnasienlehrer, dass ihre Arbeitsstellen nicht gefährdet seien.

Bild: Treffen mit kinderreichen Familien / / (cc) P.Tracz/KPRM [Public Domain Mark 1.0] / Flickr

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3 Antworten auf "Änderungen in der Bildung"

  1. Sigrid Strich sagt:

    Die Übersetzung vom „gimnazjum“ mit „Gymnasium“ finde ich für den deutschen Leser etwas irreführend. Deutsche Leser denken bei „Gymnasium“ an eine Schulform, die dem polnischen „liceum“ entspricht. Für das gimnazjum kenne ich allerdings in der deutschen Sprache keine Entsprechung. Man kann es allenfalls umschreiben.

  2. joerg wiesner sagt:

    Ich würde sagen, gimnazjum entspricht unser Hauptschule. Von Klasse 1 bis 4, Ausnahme Berlin und Land Brandenburg, hier sind es die Klassen 1 bis 6, heisst es Grundschule, danach Hauptschule. Realschule gibt es nicht mehr und Gymnasium ist dann das Liceum in Polen.

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