Briefe verschwunden? Polnische Post zeigt Konkurrenten an

2013 hat die Polnische Postgruppe (PGP), ein privates Konkurrenzunternehmen der Polnischen Post, eine Ausschreibung über die Postdienstleistungen für Gerichte und Staatsanwaltschaft gewonnen. Wegen angeblicher Nichteinhaltung der Vertragsbedingungen wurde nun eine Ermittlung gegen das Unternehmen eingeleitet – Auslöser ist eine Anzeige der Polnischen Post. 

Briefkasten der Polnischen PostNach dem Gewinn einer Ausschreibung im Jahr 2013 trägt die Polnische Postgruppe (PGP) die Post der Gerichte und der Staatsanwaltschaft aus. Die private Postfirma wurde gewählt, weil sie ein über 80 Millionen günstigeres Angebot als die staatliche Polnische Post abgegeben hatte. Nun hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Postgruppe eingeleitet. Der Gruppe wird vorgeworfen, Sendungen nicht oder nicht rechtzeitig zu liefern, einige Sendungen beschädigt zu haben und Post von den Gerichten nicht abgeholt zu haben. Die Anzeige gegen ihr Konkurrenzunternehmen hat die Polnische Post erstattet.

Laut den Erklärung eines Staatsanwaltes habe die Polnische Post Informationen weitergegeben, dass die PGP die Vertragsbedingungen nicht einhält und unzuverlässig. Neusten Berichten zufolge zeigen außerdem Statistiken des neuen Geschäftspartners der Staatsanwaltschaft keine guten Ergebnisse. In Stettin hat eine Journalistin herausgefunden, dass seit dem Beginn der Zusammenarbeit – also dem 1. Januar 2014 – das Stettiner Gericht eine Zustellbestätigung von nur fünf Prozent der Sendungen erhalten habe.

PGP verteidigt sich

Mit der Arbeit der PGP sind auch die Stettiner Anwälte unzufrieden. Wlodzimierz Lyczywek, Mitglied des Bezirksrechtsanwaltsrates, beschwerte sich, dass die PGP zahlreiche Briefe und Sendungen einfach nicht geliefert habe. Er behauptet ferner, seine Kollegen hätten seit dem 1. Januar nur eine geringe Korrespondenz erhalten, obwohl sie normalerweise mehrere Dutzend oder sogar Hunderte Briefe monatlich bekommen. Darüber hinaus sind die Benachrichtigungen bei verpasster Zustellung nicht klar formuliert, so dass die Kunden oft nicht wissen, wo ihre Post gelandet ist. Sie wissen nicht, dass ihre Sendung nicht in einer normalen Postfiliale abzuholen ist, sondern in einem kleinen Lebensmittelgeschäft oder Spirituosenladen. Angeblich soll die PGP Abholstellen auch in Sex-Shops unterhalten haben.

Die Polnische Postgruppe (PGP), die seit dem Jahr 2006 auf dem polnischen Markt tätig ist, behauptet, über andere Daten zu verfügen. Rafal Zgorzelski, Präsident einer Dachorganisation des Postunternehmen sagte, die Öffentlichkeit solle mit falschen Informationen irregeführt werden. Seiner Meinung nach, wären viel mehr als nur fünf Prozent der Briefe und Sendungen an die Empfänger zugestellt worden. Auch habe es keine Abholstellen in Sex-Shops gegeben. Darüber hinaus sicherte das Pressebüro der PGP zu, dass die Firma imstande sei, den Vertragspflichten nachzukommen.

PGP verfügt in Zusammenarbeit mit InPost und Ruch (landesweites Pressevertriebsunternehmen) über rund 7500 Filialen in ganz Polen.

Bild: Briefkasten der Polnischen Post // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-NC-ND 2.0] / Flickr

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