Cameron im Gespräch mit Szydlo und Kaczynski

Der britische Premierminister David Cameron traf sich in Warschau mit seiner polnischen Amtskollegin Beata Szydlo und mit dem PiS-Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski. Zu den wichtigsten Themen der heutigen Gespräche gehörte die Fragen, ob Großbritannien in der EU bleibt sowie der Zugang polnischer Bürger zum britischen Sozialsystem. Wiedereinmal zeigte sich, wer wirklich in Polen die Macht inne hat.

David Camerin und Beata SzydloZunächst traf sich David Cameron  mit der Regierungschefin Beata Szydlo (Recht und Gerechtigkeit, PiS). Die wichtigste Frage war die nach den EU-Reformen, dank denen Großbritannien sich doch gegen das Verlassen der europäischen Gemeinschaft entscheiden könnte. Szydlo sagte noch vor dem Gespräch, dass es für Polen von großer Bedeutung sei, dass das Vereinigte Königreich in der EU bleibe, da dieses Land ein sehr wichtiger strategischer Partner Polens sei. Darüber hinaus gehöre Großbritannien zu den Ländern, die die Grundlage der Europäischen Union bilden.

Die beiden Premierminister diskutierten auch über die Sicherheit ihrer Länder. Das wichtigste Vorhaben ist die Verstärkung der NATO-Ostgrenze. Dies soll die Gefährdung seitens Russland vermindern.

Treffen mit Kaczynski

Dazu sagte David Cameron, dass die Situation des Vereinigten Königreiches sich deutlich verbessern würde, wenn in der EU entsprechende Reformen durchgefügt werden würden. Wenn die EU es schaffe, werde es ebenfalls für Polen von großem Vorteil sein. Die vollständige strategische Partnerschaft sei gewollt, da beide Länder die selben Interessen haben würden.

Auch der Vorsitzende der regierenden Recht und Gerechtigkeit, Jaroslaw Kaczynski, sprach mit dem britischen Premierminister. Das Gespräch zwischen beiden Politikern soll in freundlicher Atmosphäre stattgefunden haben und beide Seiten seien zufrieden gewesen – informierte die Partei, eine Pressekonferenz oder eine Erklärung beider Seiten gibt es dazu nicht. Zunächst sollen sich beide Seiten zu den letzten Kritiken gegenüber Polen, dass die Demokratie in diesem Land gefährdet sei, ausgetauscht haben. Weiter wurde die Frage der Sozialleistungen in Großbritannien für polnische Bürger besprochen. Kaczynski soll gesagt haben, dass die Bürger, die im Vereinigten Königreich arbeiten, aber ihre Kinder in Polen leben, weiterhin Zugang zu Sozialleistungen bekommen sollten. 

Wieder einmal zeigt sich hier, wer wirklich die Macht in Polen inne hat. Auch in Zukunft werden wohl Staats- und Regierungschefs in die PiS-Parteizentrale pilgern, wenn sie in Polen wichtiges besprechen wollen.

Bild: David Cameron und Beata // (cc)  P.Tracz/KPRM [Public Domain Mark 1.0] / Flickr

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4 Antworten auf "Cameron im Gespräch mit Szydlo und Kaczynski"

  1. gast in Polen sagt:

    Dieser Artikel trifft es auch wieder auf den Punkt , vielen Dank liebe PH Redaktion !

    Polen wuenscht sich mehr Unabhaengigkeit von der EU, fuehlt sich bevormundet von Bruessel und Berlin.Herr Kaczynski moechte ein starkes Polen , deshalb kuemmert er sich auch lieber selber darum, wenn es um die Wurst geht .
    Fraglich ist nur, was fuer eine Unabhaengikeit Polen gewinnt , sollte es sich mit Hilfe von GB und Daenemark und anderen EU sekptischen Laendern durchsetzen.
    Denn das Verlangen des Herrn Kaczynski, nach staendigen Nato Basen, sowie der permanenten Stationierung von balisitischen- thermonuclearen Atomwaffen , als auch die konsequente Aufruestung der eigenen Streitkraefte ist NUR moeglich mit Hilfe und Erlaubniss der USA. Das sind die wahren Hintergruende dieser Treffen , zwischen dem PIS Fuehrer und dem Hofhund’s der USA .

    Wenn die USA bzw. die NATO , welche ohne die USA kaum exsitent waere , diese Ziele konsequent in die Tat umsetzen , sieht es mit Polen’s Unabhaengigkeit nicht gut aus .
    Ein paar Diktate aus Bruessel , welche man dann sowieso nur zum Teil ratifizieren wuerde in Polen , sind kein Vergleich zu dem was der Nation bevor steht, wenn das Pentagon und London ihren Willen bekommen .
    Dass in einem solchen Falle , Grossbritanien nicht mehr allen EU Buergern Sozialleistungen zahlen kann , leuchtet ein, und schon gar nicht den Polen . Denn wenn es dann soweit ist , werden die Polen zu hunderttausenden jeden Monat Ihr Land verlassen, was man den Leuten dann noch nichtmal veruebeln koennte ! Wer moechte schon in einer hochgeruesteten, mit Atomwaffen gespicken Pufferzone , mit direkter Grenze zu Russland leben, geschweige denn, seine Kinder gross ziehen .
    So gesehen verfolgt Herr Cameron die richtigen Ziele fuer sein eigenes Land , will er doch am Ende auf der Gewinnerseite stehen.
    Da hat er mit Herrn Kaczynski einen willigen Vollstrecker gefunden .

  2. Tom sagt:

    Ein wunderbares Foto. Beata Szydlo steht sehr brav und devot neben Herrn Cameron am Rednerpult. Da wird von Strategien geredet, ganz wichtig. Schon das zweite Treffen? Großbritannien will die Solzialausgaben pauschal senken. Herr Kaczynski will einen wesentlichen Teil retten: Das Kindergeld. Da ist kein gemeinsamer Nenner. Liebe Frau Szydlo, etwas Nachhilfe: Strategien sollen die Fragen des „Was“ beantworten.Z.B.Was ist das Ziel beider Länder? Was will man gemeinsam erreichen? Die Sicherheit der Ostgrenzen. Taktik beantwortet die Frage nach dem „Womit“. Mit der Nato. Die besteht Gott sei Dank nicht nur aus zwei Staaten. Die Operationale Ebene beantwortet die Frage nach dem „Womit“, die Frage also der Mittel und Ressourcen. Darüber schweigt sich Frau Szydlo aus. Ich erkenne keine Linie außer Geltungsdrang auf der Bühne der Weltpolitik souverän mitspielen zu wollen. Dazu ist grundsätzlich jedes Land in der EU für sich zu klein. Nur gemeinsam ist man stark.Lernen Sie diese Lektion schnell: Einheit statt Spaltung.

    • gast in Polen sagt:

      User TOM, hat es auf den Punkt gebracht>

      Ich erkenne keine Linie außer Geltungsdrang auf der Bühne der Weltpolitik souverän mitspielen zu wollen. Dazu ist grundsätzlich jedes Land in der EU für sich zu klein. Nur gemeinsam ist man stark.Lernen Sie diese Lektion schnell: Einheit statt Spaltung.

      Denn genau aus diesem Grund haben sich vor ein paar Jahren mal ein paar Politiker geeinigt dieses EU- Gebilde auf die Beine zu stellen . Zugegeben es ist schon etwas her, und die Rahmenbedingungen haben sich gewandelt , aber sicher nicht zu Gunsten Europas !!
      Jedes Land alleine waere viel zu klein und bedeutungslos , in jeder Hinsicht , nicht nur wirtschaftlich sondern auch militaerisch und demographisch um auch nur den Hauch einer Chance zu haben in dieser globalisierten Welt .
      Es interessiert wirklich kaum jemanden von den 7 Millarden Menschen auf diesem Planeten , wer in Warschau regiert , oder in Wien …die allermeisten wissen noch nicht mal wo diese Laender genau liegen, oder welche Sprache man wo spricht .
      Aber eines wissen die Menschen in Asien und Afrika genau … das es uns bedeutend besser geht als den aller Meisten auf Ihrem eigenen Kontinent.
      Und bitte nicht vergessen .. auch in Asien oder in Afrika leben Menschen ..und das Verhalten von Menschen, ist sehr berechenbar und zum Teil auch vorhersehbar . Und genau aus dem Grund hat man die Eu zusammengebastelt.
      Man koennte darueber streiten , ob die EU als Solches regierbar ist im politischen Sinne , man kann , darf und sollte die Institutionen in Bruessel auch kritisieren und in Frage stellen. Aber man kann nicht die Augen verschliessen und behaupten ,dass bevor es die EU gab , alles besser war fuer lange Zeit. Wer das tut hat nicht aufgepasst und immer noch nicht begriffen , das selbst wenn wir einen dauerhaften Frieden in Europa waehren koennten unter der Mitgliedsstaaten,wir uns in einer ganz anderen Zeit befinden als noch vor 70 , 90 oder 100 Jahren .
      Die Osmanen haben Teile von Europa beherscht, die Mauren ebenso und viel Andere auch ..aber damals alles mit Waffengewalt , Fussoldaten und massivem Aufwand fuer den jeweiligen Besatzer .
      Heute hingegen waere der Aufwand der ’neuen Besatzer ‚ viel geringer und auch bei weitem nicht so aufwaendig.
      Kein einziges EU Land was alleine da stuende , hat eine Chance sich dagegen zu erwehren.Die schon zum Teil gelungene Microislamisierung des Balkans hat schon laengst begonnen , und das nicht ohne Erfolg, wie zu erkennen in Bosnien.
      Wer Gartenzaeune um seine Nation errichtet , und viele Resourcen und Manpower darauf verschwenden will ,um all diese Nationalgrenzen der einzelnen Mitgliedsstaaten, zu bewachen, der wird zwangslauefig scheitern. Den Maulwuerfen ist der Gartenzaun und der Gaertner egal, denn ER hat HUNGER . Wenn es 10 mal so viele Maulwuerfe gaebe, wie Gaertner , dann wuerde das noch klappen . Jedoch muesste dann jeder einzelne EU Buerger , Gaertner werden .

  3. Marko Hockert sagt:

    Das ist richtig !!

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