Chef einer Stiftung soll Geld veruntreut haben

Der Chef der Stiftung Kidprotect.pl ist angeklagt, über 100.000 Euro unterschlagen zu haben. Jakub S. soll von Mai 2009 bis August 2012 Spendengelder für private Einkäufe von Musik, Elektroartikeln und anderen Konsumgütern genutzt haben. Außerdem soll er Sozialabgaben von Mitarbeitergehältern nicht ordnungsgemäß an die Sozialversicherungsanstalt (ZUS) abgeführt haben.

2012 waren ihm die Ermittlungsbehörden auf die Schliche gekommen, nachdem die Stiftung keinen Rechenschaftsbericht für das Jahr 2011 vorgelegt hatte. Damals entschied das Arbeits- und Sozialministerium Kidprotect.pl den Status der Gemeinnützigkeit abzuerkennen; Jakub S. zog sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Korruption nicht unüblich

Die Ermittlungen in dem Fall werden wohl noch bis Oktober andauern. Für seine Taten drohen Jakub S. bis zu zehn Jahre Haft. Kidprotect.pl war 2002 eine der ersten Organisationen in Polen, die sich mit der Sicherheit für Kinder im Internet beschäftigte. Die Stiftung klärt in mehreren Kampagnen über Kinderpornografie und Pädophilie auf.

Fälle von Veruntreuung von Geldern und Korruption sind in Polen nicht unüblich. Besonders Stiftungen und Organisation, die mit Geldern aus den EU-Kohäsionsfonds arbeiten, sind betroffen. Doch auch Parlamentsabgeordnete und andere Politiker, sowie selbst der Oberste Gerichtshof sind bereits unlauterer Geschäfte überführt oder zumindest verdächtigt worden.

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