Der Aufstieg Warschaus zu einer Szenestadt Europas

Polens Hauptstadt hat in den vergangenen Jahren einen beeindruckten Wandel hingelegt und ist mittlerweile nicht mehr nur unter Insidern ein absoluter Geheimtipp. Im Alltagsgebrauch spricht man von den berühmten 1,7 Millionen Einwohnern. Die einzelnen Viertel unterliegen einem rasanten Umbruch, was zum Beispiel die Zahl der neueröffneten Cafés und Restaurants verdeutlicht. Auch unter jungen ausländischen Studenten wird Warschau immer beliebter. Doch was macht Warschau eigentlich so besonders im Vergleich zu vielen anderen europäischen Städten?

Polnische FlaggeDieser Artikel beschreibt die Entwicklung der vergangenen Jahre und ist zugleich eine Hommage an diese aufregende Stadt.

Der Wandel von Kommunismus zum Kapitalismus

Warschau hat in den letzten einhundert Jahren eine Menge Veränderungen erlebt. Dabei liegt es auf der Hand, dass so ein so schwerwiegendes Ereignis wie der 2. Weltkrieg oder der Fall der Sowjetunion sich nachhaltig auf die Entwicklung einer Stadt auswirken. Das Stadtbild ist geprägt von jungen sogenannten Hipstern, die in Szenecafés Latte Macchiatos mit Sojamilch schlürfen und dabei an Ihren Macbooks arbeiten. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung eine Abkapselung von den Eltern und damit eine Form des Protests darstellt. Gerade in der Soziologie wird der Bedeutung von Marken im Bezug zur Persönlichkeit gerade wieder vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Die beiden bekanntesten Stadtteile sind zweifelsohne Powiśle und Praga. Sie liegen beide im Stadtkern und werden durch die Weichsel voneinander getrennt. Powiśle wird dabei häufig mit Berlin – Kreuzberg verglichen und gilt als der Modebezirk der Stadt. Aufschwung begann hauptsächlich mit dem Bau einer schicken Bibliothek der Warschauer Universität. Ausgestattet mit einer Vielzahl spannender Bücher, hervorragend und optimiert aufbewahrt in einem Kragarmregal, gehört die Bibliothek mit ihrem Café zweifelsfrei zu einem absolut beliebten Platz. Praga ist das zweite bekannte Szeneviertel und wird häufig auf Grund seiner Fläche mit Neukölln verglichen. In der Vergangenheit war Praga kein Stadtteil sondern sogar eine eigene Stadt, was seine Größe erklärt.

Wie geht es weiter? – ein Ausblick

Natürlich hat sich in den letzten Jahren die Gentrifizierung auch in diesen beiden Stadtteilen bemerkbar gemacht. Die Mieten und Kaufpreise sind rasant gestiegen und viele alteingesessene Anwohner sind in Randgebiete gezogen. Dabei wird mit Spannung zu beobachten sein, wie sich dieser Trend fortsetzt. Die Entwicklung anderer europäischer Großstädte zeigt, dass dadurch andere Stadtteile auf Grund niedriger Mietpreise gerade für Künstler interessant werden. Dabei entsteht häufig ein Kreislauf, an deren Ende langfristig  eine Aufwertung des Stadtbezirks stattfindet und ihn für viele Menschen lebenswert macht.

 



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