Die Polen sind zufrieden. Warum?

Kaum jemand im Ausland versteht Polen. Das Land verliert international den Ruf einer stabilen Demokratie und im Land selbst bricht die regierende Partei Recht und Gerechtigkeit viele demokratischen Standards. Doch die Bevölkerung ist zufrieden und würde die Partei mit grosser Mehrheit wieder wählen. Wieso ist das so?

Polnische FlaggeStürmische Zeiten – das ist ein Begriff, der in Deutschland zur Zeit viel Anklang findet, jedoch auch gut auf Polen passt. Parallelen zwischen beiden Regierungen sind hingegen an den Haren herbeigezogen. In Deutschland ist zwar eine Übergangsregierung am Werke, die aber von einer beständigen Kanzlerin in ruhigem Fahrwasser geführt und von einer stabilen Koaltion abgesicht wird.

In Polen regiert im Gegensatz ein verbitterter Parteivorzistender im Verborgen. Der Präsident ist kein richtiger Präsident, der Premierminister ist kein richtiger Premierminister und die Regierung ähnelt einer Blaskappele, die nur eine Richtung kennt: immer Kaczynski nach.

Daher ist im Gegensatz zur deutschen liberalen Regierung, die polnsiche protektionistisch und nationalistisch. Alles, was der konservativen Recht und Gereichtigkeit (PiS) nicht passt, wird abgelehnt. Doch an die wirklichen Probleme wie zum Beispiel den Kampf gegen Armut, die Abholzung von polnischen Wäldern oder Internetkasions wie slots echtgeld wird sich nicht getraut.

Was ist das Geheimnis von PiS

Doch was ist das Geheimnis der Prtei, die seit mehr als zwei Jahren regiert und bei Umfragen regelmässig um 40 Prozent Zustimmung erhält? Zum einen wurde ein Kindergeldprogramm (500+) kurz nach Machtübernahme ins Leben gerufen. Dieses hat den ärmsten und kinderreichen Familien eine enorme Finanzspritze gegeben. Zum anderen werden niedrige Einkommen nicht zusätzlich belastet; keine zusätzlichen Kosten sind für Menschen am untersten Rand in Polen auch etwas gutes. 2011 hatte beispielsweise die Bürgerplattform die Mehrwertsteuer drastisch auf 23 Prozent erhöht und damit die Bürger mit den geringsten Mitteln getroffen.

Darüber hinaus gibt es viel Theater, das die Menschen unterhält – Streitigkeiten, bei denen es um nichts geht oder um nur sehr wenig. Also ist es klassisch Brot und Spiele für das Volk. Und die mehrheitlich arme Bevölkerung sieht keinen Wert in „abstrakten Ideen“ wie der Dreiteilung der Macht oder einem freien Gerichtswesen. Alles ist zurzeit einbisschen so wie in Russland.

Auch machen sich diese Personenschichten keine Gedanken um Probleme von Akademikern. Durch Lehrer oder Ärzte initiierte Proteste wirken sich somit wenig auf die Stimmung im Land aus.

Kurzfristige Entwicklung

Kurzfristig prognostiziere ich eine stabiele Entwicklung. Solange die Bevölkerung Brot und Spiele erhält, wird alles beim Alten bleiben. Diesen Zustand stören könnten höchstens Interventionen der EU, eine grosse Affäre oder wirtschaftliche Probleme des Landes. Solange müssen wir uns das Schauspiel anschauen.

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