Doch keine Rentenreform

Der neue Präsident ist gewählt, der Wahlkampf ist zu Ende – genauso wie bereits einige Ideen und Versprechen, die die Wähler am Sonntag überzeugen sollten. Zu diesen gehört der Entwurf einer Rentenreform, die die Verrentung nach 40 Jahren Arbeit ermöglichen sollte. 

Der Entwurf, die letzte Rentenreform wieder zu ändern, wurde vor dem zweiten Wahlgang durch die Kanzlei des noch amtierenden Präsidenten Bronislaw Komorowski vorgestellt. Nach der letzten Reform wurde die Altersgrenze, nach der man verrentet wird, nach oben verschoben. Vorher galt, dass Männer ab dem 65. und Frauen ab dem 60. Lebensjahr in die Rente durften. Nun müssen Männer und Frauen 67 werden, um den Lebensabend genießen zu dürfen – natürlich erfolgt die Anhebung des Renteneintrittsalters in Stufen.

Genau diese Reform sollte noch mal abgeändert werden, oder wie die Vertreter der Präsidentenkanzlei gesagt haben, sie solle ein menschlicheres Gesicht bekommen. Das soll heißen: Menschen, die 40 Jahre lang gearbeitet und Rentenbeiträge gezahlt haben, könnten in Rente gehen. Die weitere Arbeit bis zum 67. Lebensjahr wäre weiterhin möglich, um höhere Beträge zu erhalten.

Gestern Abend informierte jedoch die Kanzlei des Präsidenten, dass der Entwurf kurzzeitig zurückgezogen wurde. Es liege daran, dass man ein so großes Projekt kurz vor Ende der Präsidentschaft nicht auf den Weg bringen wolle.

Ob diese Initiative vom neuen Präsidenten Andrzej Duda übernommen wird, ist schwer zu sagen. Duda hat sich jedenfalls als Befürworter für die allgemeine Senkung des Rentenalters geäußert.

Bild: Yunehmende Alterarmut // (cc) uschi dreiucker  / pixelio.de

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