Dreifacher Aufmarsch: Homosexuelle, Flittchen und Nationalisten

Gestern fanden in Polen drei Demonstrationen statt, die für einiges Aufsehen sorgten. In der Hauptstadt Warschau hielt erstmalig der „Flittchen-Marsch“ (Marsz Szmat) Einzug, der dem SlutWalk aus Nordamerika entspricht. Die Teilnehmenden protestierten gegen die Bagatellisierung von sexueller Gewalt, vor allem gegenüber Frauen. Die teilweise leichtbekleideten Frauen und einige Männer wollten zudem unterstreichen, dass nicht die Kleidung oder das Verhalten des Opfers ausschlaggebend für einen sexuellen Übergriff seien, sondern der Täter. Die Demonstration zog ohne Probleme vom Dreikreuzplatz zum Platz der Verfassung.

Auseinandersetzungen in Krakow

Im weniger liberalen Krakau kam es dagegen zu Auseinandersetzungen zwischen zwei Demonstrationszügen: Der neunte Gleichheitsmarsch (Marsz Rownosci), der gegen Homophobie und für mehr Rechte für sexuelle Minderheiten demonstrierte, wurde von Teilnehmenden einer rechten Gegendemonstration angegriffen. Der Gleichheitsmarsch, an dem auch die transsexuelle Sejmabgeordnete Anna Grodzka teilnahm, marschierte vom Stadtteil Kazimierz zum zentralen Marktplatz. Dort warteten bereits die Ultrarechten der Nationalen Wiedergeburt Polens (NOP), die ihre Demo eigentlich an einem anderen Ort angemeldet hatte. Es kam zu Scharmützeln mit der Polizei, Feuerwerkskörper flogen in Richtung des Gleichheitsmarsches, drei Personen wurden verhaftet. Am Ende konnte der Gleichheitsmarsch aber sein Ziel ohne weitere Störungen erreichen.

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