Einstieg Polens in die Kernenergie

Das Bundesumweltministerium hat heute die deutsche Fassung des polnischen Kernenergieprogramms veröffentlicht. Laut dem im Januar beschlossenen Programm soll der erste Reaktorblock bis 2024 ans Netz gehen. Doch noch gibt es Widerstand in der Bevölkerung.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) hat heute die deutsche Fassung des polnischen Kernenergieprogramms veröffentlicht. Das Programm ist bereits im vergangenen Januar von der polnischen Regierung angenommen worden. Zuvor war es mehrere Jahre kontrovers diskutiert worden.

Das Gesetz sieht einen Einstieg Polens in die Kernenergie bis zum Jahre 2024 vor. Dazu soll bis 2016 in einer ersten Etappe der geeignete Standort für das erste polnische Atomkraftwerk gefunden werden. Bis 2024 soll dann der erste Reaktorblock errichtet und in Betrieb genommen werden. 2030 soll das komplette Kraftwerk stehen. 2035 wird dem Plan zufolge dann bereits der zweite Meiler ans Netz gehen.

Ob dieser Zeitplan genau so umgesetzt wird wie geplant, ist noch nicht klar. Allerdings scheint sich nach langem Hin und Her nun doch der endgültige Einstieg Polens in die Kernenergie anzubahnen. Das Kernenergieprogramm erkennt zwar an, dass noch mindestens die Hälfte der polnischen Bevölkerung der Atomenergie ablehnend gegenüber steht. Weil ein Einstieg jedoch „wirtschaftlich und sicherheitspolitisch notwendig“ sei, müsse die Bevölkerung von den Vorteilen der Atomkraft überzeugt werden.

Widerstand gegen die Atomkraft

Das Kernenergieprogramm identifiziert „Mythen“, „negative Assoziationen“ und „großes Unwissen über Kernenergie und ihre Physik“ als Gründe für die ablehnende Haltung der meisten Polen. Daher sollen große „Aufklärungskampagnen“ wie etwa das bereits praktizierte „Lerne das Atom kennen. Lasst uns über Polen mit Energie sprechen“ aufgelegt werden. Eine wichtige Rollen sollen auch die Lehrkräfte in den Schulen spielen, die man gezielt ausbilden und mit geeigneten Unterrichtsmaterialien ausstatten will.

Widerstand gegen die Atomkraft ist in Polen bisher vor allem in den Orten enstanden, die als mögliche Standorte des ersten Atommeilers in Frage kamen. Unterstützt durch die Anti-Atom-Bewegung besonders aus Deutschland kam es gelegentlich auch zu Protesten. Ob das Kernenergieprogramm also so reibungslos wie vorgesehen umgesetzt werden kann, ist noch offen. Eine wirkliche Anti-Atom-Bewegung kennt Polen jedoch nicht.

 

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