Eklat auf dem Frankfurter Flughafen

Gestern Abend berichtete die Boulevardzeitung Bild auf ihrer Homepage über einen Zwischenfall auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt. Der polnische Politiker und Vizepräsident des Europäischen Parlaments Jacek Protasiewicz soll im Alkoholrausch die Zollbeamten mit dem Hitlergruß beschimpft haben. 

Jacek Protasiewicz, EU-Abgeordneter der Bürgerplattform (PO), Vizepräsident des EU-Parlaments und Chef der Niederschlesischen PO, steht im Zentrum eines Zwischenfalls am Frankfurter Flughafen. Nach Angaben der Boulevardzeitung Bild kam Protasiewicz am Dienstag Abend in Frankfurt am Main an. Dem Zeitungsbericht zufolge soll der Politiker betrunken gewesen sein, einem anderen Mann einen Kofferwagen weggenommen haben und zum Ausgang gerast sein.

Laut Zeugenberichten soll Protasiewicz den Beamten „Heil Hitler“ zugerufen und sie gefragt haben, ob sie irgendwann mal in Auschwitz gewesen wären. Daraufhin haben die Flughafenmitarbeiter den polnischen Politiker in Handschellen zur Wache gebracht. Nach Rücksprache mit dem polnischen Konsulat wurde der Politiker jedoch wieder entlassen.

Tusk: unangemessenes Verhalten

Protasiewicz erklärte heute, dass es zwar zu diesem unangenehmen Zwischenfall gekommen sei,  der Ablauf jedoch ein anderer war. Er betonte, nicht betrunken gewesen zu sein. Der EU-Abgeordnete kritisierte stattdessen, dass die Zollbeamten sehr aggressiv gewesen wären. Nachdem sie mehrmals das Wort „raus“ genutzt hätten, habe er tatsächlich nach dem Besuch in Auschwitz gefragt, weil dieser Ausdruck in ihm schlechte Assoziationen geweckt habe.

Premierminister Donald Tusk beurteilte das Verhalten Protasiewicz‘ als unangemessen. Er kündigte an, in den nächsten Tagen eine Entscheidung über die nähere Zukunft des EU-Abgeordneten als Chef der polnischen Delegation treffen zu wollen. Zunächst erwarte er aber noch eine weniger emotionale Erklärung von Protasiewicz.

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