Erste Debatte zu In-vitro-Gesetz

Die künstliche Befruchtung durch In-vitro-Fertilisation wird in Polen schon seit Jahren angewandt, gesetzlich geregelt war sie nie. Nach dem Willen der Regierung soll sich das ändern. Daher hat sie ein Gesetz ins Parlament eingebracht, auch die anderen Parteien haben eigene Entwürfe verfasst. Gänzlich gegen die Methode ist weiterhin die katholische Kirche.

Heute kam es im polnischen Parlament zur ersten Lesung über mehrere Gesetze, welche die In-vitro-Fertilisation regulieren sollen. Dabei geht es um eine Methode zur künstlichen Befruchtung außerhalb des Körpers der Frau. In-vitro wird schon seit rund 25 Jahren in Polen angewandt – rund 5.000 Kinder jährlich werden auf diese Art gezeugt – war bisher aber nicht rechtlich reguliert.

Ministerpräsidentin Ewa Kopacz (Bürgerplattform, PO) hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, an einem Gesetz zu arbeiten. In-vitro soll dabei grundsätzlich erlaubt sein, um unfruchtbaren Paaren die Fortpflanzung zu ermöglichen. Allerdings soll es auch strenge Regeln geben. So dürfen zwar acht Embryonen auf einmal erzeugt und auch genetisch untersucht werden. Sie dürfen aber nicht zum Klonen und Experimentieren genutzt werden. Auch dürfen sie nicht vernichtet werden, wenn gesundes Leben entstehen kann. Die Vermischung von Genen von Mensch und Tier ist ebenfalls unzulässig.

Starker Gegner: die Kirche

Neben dem Regierungsentwurf gibt es noch vier andere Gesetzesvorhaben, die aber wohl eher keinen Erfolg haben werden. Die linksliberale Deine Bewegung (TR) möchte In-vitro auch für alleinstehende Frauen ermöglichen. Der Bund der Demokratischen Linken (SLD) möchte in zwei Anträge sicherstellen, dass die gezeugten Kinder später ein Recht darauf haben zu erfahren, wer ihre biologischen Eltern sind. Gänzlich gegen In-vitro ist die rechtsklerikale Recht und Gerechtigkeit (PiS). Sie möchte die Methode komplett verbieten lassen. Außerdem fordert die Partei drastische Strafen gegen Zuwiderhandlung.

Obwohl die künstliche Befruchtung in Polen durchaus üblich ist, gibt es immer noch eine große Gegnerschaft. Besonders die katholische Kirche lehnt die In-vitro-Fertilisation rigoros ab. Auch in ihren Osteransprache wandten sich die Geistlichen gegen die mögliche gesetzliche Zulassung. In Briefen an gläubige Parlamentarier drohten die Hierarchen sogar mit dem Kirchenausschluss, sollten diese für das In-vitro-Gesetz der Regierung stimmen.

 

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