Entweihung: Farbanschlag auf Schwarze Madonna

Einiges Aufsehen erregte gestern ein 58-jähriger Mann, als er während der Andacht auf dem Heiligen Berg (Jasna Gora) plötzlich aufsprang und Glühbirnen voll schwarzer Farbe auf die Schwarze Madonna warf. Die Schwarze Madonna von Tschenstochau (Czestochowa) ist ein Marienbildnis, das ein nationales Heiligtum und Wallfahrtsziel für viele Gläubige in Polen ist. Daher wird diese Aktion von der Staatsanwaltschaft als Schädigung eines Gutes von besonderem Kulturwert aufgefasst. Zudem klagte sie den Täter heute auch wegen der „Verletzung religiöser Gefühle Dritter durch die öffentliche Erniedrigung eines Objektes religiöser Verehrung“ an. Auf letzteres stehen in Polen bis zu 10 Jahre Gefängnis. Nach der Tat war das Kloster für zehn Stunden gesperrt, es wurde von weinenden Gläubigen berichtet.

Der Täter sieht bereits einer dreimonatigen Untersuchungshaft entgegen und könnte demnächst unter psychologische Betreuung gestellt werden. Der Mann hat eine Familie und ist ausgebildeter Mechaniker. Er ist bisher nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nach eigenen Angaben hatte er den Anschlag vier Jahre lang geplant. Dabei hatte er intensiv das Evangelium studiert. Bei seiner Vorführung vor Gericht rief er, die Menschen in Polen sollten Gott anbeten und kein Bildnis. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Einzeltäter aus, der aus religiösen Motiven handelte. Die Untersuchungen dauern noch an.

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