Frischer Wind im polnischen Fußball?

Der polnische Fußball schreibt dieser Tage wieder Schlagzeilen, leider eher negative. Neben dem peinlichen Desaster beim WM-Qualifikationsspiel letzte Woche, herrschte auch im polnischen Fußballverband (PZPN) weiter Unruhe. Heute nun wurde auf der Hauptversammlung ein neuer Präsident gewählt. Dieser beerbt den nach den schwachen Auftritten der Nationalmannschaft bei der Heim-EM nicht wieder zur Wahl angetretenen Grzegorz Lato. Dem wird allgemein attestiert, ein Chaos im Verband hinterlassen zu haben. Insgesamt waren fünf Kandidaten angetreten, die sich grob in zwei Lager aufteilten: Reformer und Reformgegner. Schließlich siegte relativ überraschend bereits im zweiten Wahlgang der ehemalige Weltklassespieler Zbigniew Boniek, ein Reformer. Zunächst hatte es nach einem engen Wettbewerb ausgesehen, am Ende scheuten die meisten Vertreter aber davor zurück, die alte Garde an der Macht zu lassen und wählte die Option des radikalen Neuanfangs. Geschadet hat Boniek dabei nicht, dass er bereits vor einigen Jahren Vizepräsident des PZPN gewesen war. Nach seiner Wahl versprach Boniek, u.a. den Verband zu reformieren und sich stärker für die Interessen der Fußballfans einzusetzen.

Seine aktive Zeit als Fußballer begann Boniek bei Zawisza Bydgoszcz und Widzew Lodz. Nach zwei nationalen Meistertiteln wechselte er 1982 zum italienischen Spitzenklub Juventus Turin und später zum AS Rom. In Italien feierte er seine größten Triumphe: Meister, Pokalsieger, Europapokalsieger. Die polnische Nationalmannschaft führte er zusammen mit Grzegorz Lato bei der WM 1982 in Spanien zu ihrem größten Erfolg: einem dritten Platz.
Bild: Zbigniew Boniek (Mitte, Archivbild) // (c) M. Śmiarowski/KPRM / Flickr
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