Fronten in Polen verhärten sich

Diskussionen werden in Polen oft besonders hart geführt, da wird mal jemand als früherer Agent der polnischen Stasi dargestellt und damit in der Öffentlichkeit verunglimpft. Prozesse wegen Verleumdung können mehrere Jahre dauern, da polnische Gerichte extrem überlastet sind.  Dann passieren es, dass eine Entschuldigung für eine Aussage über den Sender läuft, die in einem gänzlich anderem Kontext getroffen wurde – zumal die politische Szene in Polen wesentlich dynamischer ist, als die deutsche.

Zurzeit verhärten sich die Fronten wieder, obwohl politische Beobachter annehmen konnten, dass eine neue Sachlichkeit in die Politik Einzug hält. Die größte Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hatte Professor Glinski vorgeschlagen, der als zukünftiger Kandidat für den Posten des Premierministers das sachliche Gesicht der Partei darstellt.

Nun aber nehmen die Auseinandersetzungen an Schärfe zu; prominente Vertreter der rechts-klerikalen Kräfte greifen Journalisten und Politiker liberal-konservativer und links-liberaler Zeitungen an. In den letzten Tagen wurden Aufnahmen von einer relativ bekannten Persönlichkeit gezeigt, die offen forderte, Journalisten aus bestimmten Zeitungen zu erschießen. Ein großer Aufschrei ist durch Polen gegangen, nun untersucht die Staatsanwaltschaft den Vorfall.

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