Gras-Befürworter demonstrieren – Polizei greift durch

In Polen gibt es schon seit Jahren eine immer größer werdende Gruppe von jungen Menschen, die sich für die Legalisierung von Marihuana einsetzen. Neben Protestaktionen bezeugen sie ihre Einstellungen auf Demonstrationen. Gestern war so ein Tag: Auf die Straßen von Warschau (Hauptstadt Polens) gingen bis zu zehntausend Menschen (Angaben des Veranstalters), um friedlich die legale Einnahme von Marihuana zu fordern. An der Demo nahmen auch führende linksliberale Politiker, Künstler und Wissenschaftler teil.

Das ist schon die zehnte Demonstration in der Hauptstadt – sie wird ein Mal im Jahr veranstaltet. Heute berichten polnische Medien über das Durchgreifen der Polizei im Umfeld der Demo; bei circa 60 Personen wurden Drogen wie Marihuana gefunden. Dafür drohen bis zu drei Jahre Gefängnis; eine Vorstrafe kann den ganzen Lebensverlauf in eine negative Richtung lenken und grenzt gleichzeitig die beruflichen Möglichkeiten ein.

Gefahr durch das Grün

Was ist dran an der Gefährdung der weichen Droge Marihuana? Die Befürworter der Legalisierung des Besitzes und Konsums überzeugen mit wissenschaftlichen Ausarbeitungen, dass Marihuana eine der am wenigsten gefährlichen Drogen ist. Darüber hinaus seien Alkohol und Tabak weitaus gefährlicher und verantwortlich für viele tausend Todesfälle jedes Jahr. Auch sei die therapeutische Wirkung von Marihuana hinlänglich bekannt und so werde die Pflanze in vielen Regionen der Welt als Medikament unter anderem zur Schmerzminderung verschrieben.

Gegner der Legalisierung heben hervor, man wolle die eigenen Kinder nicht kiffen sehen. Des Weiteren sei Marihuana als Einstiegsdroge bekannt und die bewusstseinsverändernde Wirkung sei gefährlich. Auch seien Tabak und Alkohol gesellschaftlich anerkannt und schwer zu verbieten.

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