Immer mehr Selbstmörder in Polen

Die neusten Statistiken der Polizeidirektion in Warschau zu Selbstmordversuchen im letzten Jahr ist nicht optimistisch: 2014 haben fast 1.500 mehr Menschen als im vorigen Jahr versucht, sich das Leben zu nehmen. Bereits im Jahr 2013 war die Zahl der Selbstmörder im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und die Tendenz bleibt nach wie vor steigend. Als Hauptursache nennt die Polizei finanzielle Probleme.

Die Experten im Bereich der Suizidologie warnen vor dem gefährlichen, wachsenden Trend unter den Polen, sich das Leben nehmen zu wollen. Allein im Jahr 2014 haben fast 8.000 Menschen einen Suizidversuch hinter sich. Immer mehr derartiger Versuche enden leider mit dem Tod, informiert die Polizei. Bis zum September dieses Jahres haben sich über 4.700 Menschen selbst umgebracht. Den Polizeiberichten zufolge begehen jeden Monat etwa 500 Personen Suizid.

Diese beunruhigende Tendenz beobachten die polizeilichen Experten bereits seit 2013. Schon im letzten Jahr ist die Anzahl der Selbstmordversuche dramatisch angestiegen. 2013 haben sich 6.000 Menschen das Leben genommen und diese Anzahl war um 2.000 größer im Vergleich zum Jahr 2012. Und alles deutet darauf hin, dass es in diesem Jahr noch mehr Selbstmörder geben wird. Auch das Alter der Betroffenen steigt. Die meisten Selbstmorde werden in den Woiwodschaften Schlesien, Lodz und Heiligkreuz begangen.

Suizide als Folge finanzieller Probleme

Nun stellen sich die Experten der Suizidologie die Frage nach den Ursachen dieser Sachlage. Sie betonen dabei, dass die Selbstmorde sowie Selbstmordversuche ein großes und wichtiges Sozialproblem sind. Die meisten hätten aber Angst, dieses Thema anzusprechen. Viele Suizidversuche sind nämlich Folge finanzieller Probleme – und mit diesen müssen immer mehr Polen, jung oder alt, kämpfen. Dabei ist die schlechte Sozialpolitik im Land einer der wichtigsten Faktoren. Laut Experten wird sich jedoch kein Politiker mit diesem Problem befassen. Sie sind der Meinung, es sei für die Politiker viel einfacher, über Verkehrsunfälle zu sprechen, weil sie dann die Schuld auf die schlechten oder betrunkenen Fahrer schieben könnten. Bei der Frage der Selbstmordursachen müsste endlich jemand die Fehler der Polik eingestehen.

Einige Experten sind jedoch der Meinung, dass Armut oder Arbeitslosigkeit nicht unbedingt die Hauptursache sein könnten. Als Beispiel werden dabei die skandinavischen Länder genannt, wo die sozialpolitische Lage viel besser ist und doch mehr Suizidversuche verzeichnet werden. Als Erklärung für die Selbstmordversuche unter Polen nennen sie dann Alkohol und andere Genussmittel – weil diese oft mit Depressionen und Problemen einhergehen.

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