Immer weniger Polen

Obwohl die Geburtenrate in Polen in den letzten Jahren gestiegen ist, ist der Bevölkerungszuwachs im Minusbereich. Der Geburtenzuwachs ist niedriger als vor 16 Jahren, berichtet das polnische Hauptstatistikamt.

Eine demografische Katastrophe“ – so tönen einige Medienberichte. Dass in Polen – genauso wie in vielen anderen europäischen Ländern – mehr Menschen sterben als geboren werden, ist ein bekanntes, sogar offensichtliches Problem. Es wurde schon viel versucht – mit zum Beispiel der Familienpolitik und finanzieller Unterstützung. Doch das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend – die polnsichn EuropäerInnen sind offenbar an großen Familien nicht interessiert.

Die regierende Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat gehofft, dass die Reform der Familienpolitik und die Einführung des Elterngeldes im Programm „Familie 500 plus“ viel an dieser Tatsache ändert. Leider sind noch keine bedeutenden Änderungen ersichtlich – die Geburtenrate beträgt in Polen aktuell 1,36 Kinder pro Frau im Fortpflanzungsalter (15-49 Jahre). Im Jahr 2000 betrug sie 1,37 Kinder pro Frau. Ein optimaler Bevölkerungszuwachs beträgt allerdings mindestens 2,1 Kinder pro Frau.

Das Hauptstatistikamt alarmiert über die eher pessimistische Prognosen. Das Problem liegt unter anderem daran, dass mehr polnische Bürger sterben, als geboren werden. Die polnische Regierung spricht oft stolz vom Erfolg des Programms „Familie 500 plus“, die Freude ist jedenfalls vorzeitig und übertrieben – das Hauptstatistikamt bestätigt die gestiegene Geburtenzahl in Polen, gleichzeitig aber betont die Sterblichkeitsrate – erst wenn beide Faktoren berücksichtigt werden, können richtige Ergebnisse genannt werden. Darüber hinaus kommt noch immer die steigende Anzahl der emigrierenden Polen dazu, die nicht so selten auch die Staatsbürgerschaft wechseln.

Bild: Programm „Familie 500 plus“ // (cc) P.Tracz/KPRM [Public Domain Mark 1.0] / Flickr

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Eine Antwort auf "Immer weniger Polen"

  1. Ingrid Hipke sagt:

    Das Problem haben wir auch in Deutschland, ich denke es liegt am Stress. Da der Mann die Familie nicht mehr alleine ernähren kann müssen auch die Frauen arbeiten + Hausarbeit das wirkt sich natürlich negativ auf das Sexualleben aus. Zweiter Aspekt sind die Lebenshaltungskosten die ständig steigern.

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