Israelische Politiker kommen zum 69. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz

Ende Januar 2014 werden 69 Jahre vergangen sein – am 27.01.1945 gelangte die Rote Armee zum Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und befreite die dort festgehaltenen Menschen. Den Soldaten bot sich im größten nationalsozialistischen KZ ein Bild des Grauens, fast 6.000 Häftlinge konnten aus menschenverachtenden Zuständen gerettet werden.

Damit die unfassbare Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten nicht vergessen wird, erhalten die Jahrestage der Befreiung des deutschen KZs auf polnischem Boden besonders viel Aufmerksamkeit. Der 69. Jahrestag soll jedoch zu einem ganz besonderen Ereignis werden – geplant ist der Besuch von hochrangigen Politikern aus Israel. Mehr als die Hälfte der Mitglieder der Knesset, dem israelischen Parlament, sowie einige israelische Minister möchten auf dem Gelände des ehemaligen KZs den Jahrestag begehen. Dabei soll eine Sitzung des israelischen Parlaments abgehalten werden – der Besuch des Premierministers Benjamin Netanjahu ist nicht vorgesehen. An den Feierlichkeiten werden zudem überlebende Häftlinge des Konzentrationslagers teilnehmen.

Die Feierlichkeit steht auch im Zeichen einer Wende – immer weniger Überlebende, die an die deutsche Terrorherrschaft erinnern können, sind noch am Leben. Daher werden Vertreter von Jugendorganisationen am nächsten Jahrestag teilnehmen; sie sollen in Zukunft das Gedenken an die Opfer aufrechterhalten.

Deutsche Konzentrationslager auf polnischem Boden

Während das Gedenken an die deutsche Terrorherrschaft und deutsche Konzentrationslager auf polnischem Boden hochgehalten wird, wird von einigen polnischen Kommentatoren eine Tendenz zum Versuch der Geschichtsfälschung gesehen. Demnach werde der Begriff „polnische Konzentrationslager“ von Deutschen benutzt, um von ihrer Schuld abzulenken. Das polnische Radio (Polskie Radio) teilte gestern mit, das polnische Außenministerium habe im letzten Jahr mehr als 100 Mal intervenieren müssen, als dieser geschichtsverfälschende Ausdruck benutzt wurde. In Zukunft will das Außenministerium juristisch dagegen vorgehen, wenn von „polnischen Konzentrationslagern“ gesprochen wird.

Aufsehen erregte in diesem Zusammenhang eine Rede von Barack Obama Mitte 2012, währenddessen der US-amerikanische Präsident den Begriff „polnische Vernichtungslager“ benutzte. Kurz darauf entschuldigte er sich in einem Schreiben beim polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski für diese Wortwahl.

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