Legia betritt die Champions League

Am 14.09.2016 geht es endlich los. Legia Warschau empfängt Borussia Dortmund im Stadion der Polnischen Armee (Stadion Wojska Polskiego) in Warschau. Beide Mannschaften befinden sich derzeit in einem Formtief. Vorab konnte man auf der Internetseite des BVB Verhaltensregeln für die Fans lesen.

Update vom 15.09.2016: Borussia Dortmund hat sich keine Blöße gegeben und das Spiel dominiert. Am Ende stand es 6:0 und damit war Legia Warschau noch gut bedient. [Die Red.]

Nationalstadion in WarschauWarschau steht wie so oft im Mittelpunkt: dieses Mal ausnahmsweise nicht in der Welt der Politik, sondern in der Welt des Sports. Seit 20 Jahren wartet man geduldig auf einen großen Gegner. Nun ist er da – Borussia Dortmund. In der letzten Saison belegte der BVB den 2. Platz in der Bundesliga und kann als Geheimfavorit auf den CL-Titel gelten. Würde Legia als Sieger hervorgehen, dann würden sicherlich Denkmäler aufgestellt werden.

Angepfiffen wird das Auswärtsspiel gegen den polnischen Rekordverein Legia Warschau im Stadion der Polnischen Armee um 20:45 Uhr. Vorab wurden auf der offiziellen Homepage des BVB Faninfos veröffentlicht. Diese sogenannten Verhaltensregeln besagen unter anderem, dass keine Kleidung mit BVB-Bezug in der Stadt getragen werden soll und dass man sich unauffällig und am besten nur in kleinen Gruppen in der Stadt aufhält. Diese Ratschläge kommen nach Angaben des BVB von der polnischen Polizei und von Vertretern von Legia Warschau.

Angst vor Legia-Ultras

Außerdem solle man die öffentlichen Verkehrsmittel und außerhalb von Warschau auch die Rastplätze meiden, denn da würden Legias Ultras nur auf die BVB-Fans warten und sie jagen. Das liest sich ein bißchen wie die „Anleitungen“ nach der ominösen Silvesternacht in Köln. Im Prinzip fehlt nur noch, dass man den deutschen Fans rät, eine Armlänge Abstand zur nächsten Person zu halten. Bloß nicht den Arm ausstrecken, um es abzumessen.

Es bleibt also spannend: nicht nur die Anreise der deutschen Fans, sondern auch das Spiel selber. Die Anzeichen sind für beide Mannschaften nicht so gut. Beide Vereine haben eine lange Tradition und haben am letzten Wochenende gegen „Neulinge“ in den ersten Ligen verloren. Legia Warschau verlor 1:2 gegen Bruk-Bet Termalica Nieciecza. Das Dorf Nieciecza hat 750 Einwohner. Borussia Dortmund hingegen kam ohne Punkte aus Leipzig gegen den dortigen Rasenballsport nach Hause. Beide Mannschaften erleben momentan ein Formtief.

Im Prinzip hat Legia Warschau nichts zu verlieren, außer sie gehen unter mit 7:0 wie Celtic Glasgow am 13.09. gegen Barcelona. Sollte Legia hingegen einen Punkt holen oder sogar gewinnen, dann könnte man ohne weiteres die schlechte Gesamtleistung in der polnischen Liga damit erklären, dass man sich intensiv auf die Champions League konzentriert hat. Fußball ist, wie jeder weiß, unberechenbar. Alles kann passieren, sogar Unmögliches.

Die nächsten Gegner von Legia heißen übrigens Sporting CP (27.09.2016) und Real Madrid (18.10.2016).

Bild: Nationalstadion in Warschau // (cc) Lars Leschewitz [CC BY-SA 3.0] / polen-heute.de

Schlagwörter: , ,


Diesen Artikel drucken
Flattr this!

6 Antworten auf "Legia betritt die Champions League"

  1. Tom sagt:

    Schändliche Prügeleien der polnischen Hooligans nach dem Spiel. Was sagt Frau Szydlo zu einem solchen Hasspotenzial in ihrem Land ?

  2. Andrzej sagt:

    Die polnischen Hooligans sind bekannt alls die gefährlichsten im EU Raum. Die Polizei geht rigoros gegen sie vor. Leider lassen die sich aber nicht so einfach wegschliessen. Drakonische Strafen würden da schon eher Abhilfe schaffen. Legia hat den Match gegen Borussia verloren. Da helfen auch solche Hooligans nicht um besser zu werden und sicher ist es nicht im Sinne des Vereins wenn solche Fans vorhanden sind.
    Kürzlich wurde in Katowice ein junges Fussballtalent von eigenen Hooligans umgebracht, was zu einem Aufschrei in der Bevölkerung führte. Angeblich haben sie ihn nicht erkannt. Da sage ich nur:“ Dummheit Schützt vor Strafe nicht.“

  3. Tom sagt:

    Mein Kommentar ist sicher bissig und provokativ, dessen bin ich mir bewußt. Von der Polnischen Regierung wird ja immer betont, wie sicher sie Polen machen, bzw. gemacht hat. Sie fordert sofort den Schutz ihrer Landsleute ein, wenn diese in GB Diskriminierungen ausgesetzt sind. Mein Kommentar wollte einen Spiegel vorhalten, dass es in jedem Land einen gewaltbereiten Bodensatz an Menschen gibt, die natürlich durch arrogante Überheblichkeitsparolen und Patriotismus, Anti-Haltungen der Regierungen auch mit beflügelt werden. Deshalb ist jede Regierung gut beraten, diese Gewaltmechanismen in ihrer Rhetorik und in ihrem Auftreten kritisch zu berücksichtigen. Hooligans sind leider überall zu finden, und trauriger Beweis von latentem Gewaltpotenzial.

    • Deutsch-Pole sagt:

      1. Tja, den Spiegel habe ich ja wohl dann Ihnen vorgehalten… Ein jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür!

      2. „Sie fordert sofort den Schutz ihrer Landsleute ein, wenn diese in GB Diskriminierungen ausgesetzt sind.“
      Also in GB handelt es sich mittlerweile nicht nur um Diskriminierung sondern um konkrete, gezielte Angriffe auf Ausländer, u.a. Polen. Eine einmalige Ausschreitung bei einem unbedeutenden Fußballspiel ist dem gegenüber geradezu lächerlich.

      3. Das Hooligang-Problem in Polen ist sicher keine Lapalie. Aber man kann der PiS wirklich viel vorwerfen, aber das Hooligang-Problem existiert schon viel länger als die PiS-Regierung…

      • Tom sagt:

        Aber nein,ich bitte Sie! Sie haben mir doch keinen Spiegel vorgehalten!Ich teile Ihre Meinung voll und ganz.Auch Hooligans gab es vor PIS. In Deutschland sind die auch nicht zimperlich. Manches macht PIS auch richtig, aber, wie Sie selbst andeuteten, vieles eben nicht.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Kommentar absenden

© 3921 Polen Heute. Alle Rechte gesichert. XHTML / CSS fähig.