Robert Lewandowski: Polen im „Lewa“-Rausch

Die polnischen Medien, Internetuser, Fußballfans und -funktionäre überschlagen sich heute mit Lobpreisungen des polnischen Fußballnationalspielers Robert „Lewa“ Lewandowski. Lewandowski sei „wie eine Bestie gewesen – im positiven Sinne“, sagte PZPN-Verbandspräsident Zbigniew Boniek. Grund dafür ist Lewandowskis gestrige Leistung im Champions League-Halbfinalhinspiel. Dieser hatte nämlich beim 4:1 von Borussia Dortmund gegen Real Madrid sein Team quasi im Alleingang zum Sieg geschossen – alle vier Tore für die Borussia gehen auf sein Konto. Damit hat Lewandowski die Schwarz-Gelben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ins Finale des wichtigsten Fußballwettbewerbs auf Vereinsebene gebracht. Sollte nichts Unerwartetes geschehen, wird Borussia Dortmund am 23. Mai im Londoner Wembleystadion gegen Bayern München um die Champions League-Trophäe spielen.

Borussia Dortmund hat inzwischen ein höheres Ansehen in Polen als die Bayern, weil dort seit einigen Jahren polnische Fußballer sehr erfolgreich in der Bundesliga reüssieren. War es zu Beginn des Jahrtausends Ebi Smolarek, der viele Sympathien genoss, ist es jetzt das erfolgreiche Trio aus Jakub Blaszczykowski, Lukasz Piszczek und eben Robert Lewandowski. Alle drei sind unter Trainer Jürgen Klopp zweimaliger Deutscher Meister und einmaliger Doublesieger geworden – und zu wahren Superstars in Polen. Während der EM 2012 in Polen und der Ukraine lag auf ihnen die ganze Hoffnung der Nation, die sie aber nicht erfüllen konnten: Polen schied schon in der Vorrunde sang- und klanglos aus.

Lewandowski – der bescheidene Superstar aus Warschau

Das ist jetzt anders, nach zwei sehr erfolgreichen Jahren auf nationaler Ebene steht nun möglicherweise der größte Triumph auf internationaler Vereinsebene an. Die drei Polen von Borussia Dortmund sind zudem auf dem Transfermarkt sehr begehrt. Seit einigen Monaten tauchen immer neue Gerüchte auf, die Lewandowski mit den renommiertesten Klubs des Kontinents in Verbindung bringen: Real Madrid, Manchester United – oder eben Bayern München. Doch während Mario Götze vorgestern überraschend verkündete, aus dem Pott an die Säbener Straße nach München zu wechseln, erteilte Borussia-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einem Lewandowski-Wechsel an die Isar eine Absage. Man wolle auch auf Geld verzichten, um einem Ausverkauf vorzubeugen und Lewandowski auf jeden Fall zu halten.

Für Robert Lewandowski, der 1988 in Warschau geboren wurde und dort seine ersten Schritte im Vereinssport machte, geht dagegen der sensationelle Aufstieg weiter. Während sein Talent in Warschau noch verkannt wurde, gelang ihm der Durchbruch ab 2008 bei Lech Posen. Nach dem Meistertitel mit Lech und der Torjägerkanone 2010 wechselte er für knapp 4,5 Millionen Euro nach Dortmund und war dort sofort erfolgreich. Heute wird sein Marktwert auf knapp das Sechsfache geschätzt. Ein Grund war der gestrige Abend, als ihm als erstem Spieler das Kunststück gelang, in einem Champions League-Halbfinale vier Tore zu schießen.

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