Mann zündet sich aus Protest an

In Warschau hat sich ein älterer Mann auf dem Defiladenplatz vor dem 237 Meter hohen Kulturpalast mit einer unbekannten Flüßigkeit begossen und anschließend angezündet. Zuvor verlautete er mit einem Megafon Sätze gegen die polnische Regierung. Während der Tat fand im Kulturpalast eine Sitzung des Stadtrates statt. Am Ort des Geschens fand man einen Protestbrief des Mannes mit politischem Inhalt.

Die Tat fand am 19.10.2017 gegen 16:30 Uhr statt. Der 54-jährige Mann goß eine Flüssigkeit über sich und zündete sich an. Vorbeigehende Passanten riefen die Feuerwehr, Polizei und einen Krankenwagen. Während des Krankenhaustransportes war der Mann nicht mehr bei Bewußtsein, aber lebte noch. Über seinen Zustand ist im momentan nicht mehr bekannt.

Während des dramatischen Ereignisses fand eine Sitzung des Warschauer Stadtrates statt. Kurze Zeit vorher war auch Jarosław Kaczyński im Gebäude. Er enthüllte eine Gedenktafel zu Ehren von Olga Johann, welche Mitglied des Stadtrates von Warschau war.

Am Ort des Geschehens fand man einen Brief des Mannes mit einem längeren Einleitungstext und folgenden 15 Protestpunkten, die sich gegen die aktuelle Staatsmacht und die Handlungen der regierenden PiS richten (den übersetzten Text finden Sie hier).

Eine kleiner Gruppe traf sich am Abend auf dem Defiladenplatz, um Kerzen anzuzünden und den Brief  vorzulesen.

Diese Situation bringt auch viel Kritik mit sich, da es zahlreiche Stimmen gibt, die darum bitten das Drama nicht in eine politische Eskalation ausarten zu lassen. Vielmehr müsse man diese Handlung aus psychiatrischer Sicht betrachten und sie nicht mit dem polnisch-polnischen Politik-Krieg mischen.

Auffällig ist auch die Übereinstimmung des Tages, an dem das Abgeordnetenbüro der regierenden PiS in Łódż angegriffen wurde. Damals stürmte ein Mann in das Büro und tötete eine Person. Die Tat ereignete sich am 19. Oktober 2010.

Kulturpalast in Warschau // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] / Flickr, polen-heute.de

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