Michnik ruft zur Versöhnung auf

In Polen herrscht ein raues Klima – das Wetter ist für gewöhnlich nicht so mild wie in Deutschland und auch der alltägliche Umgang der Menschen miteinander ist tendenziell rauer. Dieses spiegelt sich in den Arbeitsbedingungen wieder; hohe Einkommensunterschiede prägen Beschäftigungsverhältnisse und Scheinselbstständigkeit ist rechtlich geregelt, legal und beliebt bei Arbeitgebern.

Kaum verwunderlich, dass die zunehmende Ungleichheit, die Teilung zwischen Polen A und Polen B, Thema in der Politik ist. Gerade die rechtsklerikale Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) macht diese Situation gut nutzbar, was man an aktuell hohen Umfragewerten der Partei sehen kann. Obwohl auch die regierende Bürgerplattform (PO) in letzter Zeit viele Fehler gemacht hat.

Erst kürzlich warnte Adam Michnik, Chefredakteur der rechtsliberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza, vor der Bedrohung durch den Faschismus in Polen. Heute rief der bekannte Kommentator öffentlichkeitswirksam in seiner Tageszeitung zu einem neuen Ton in der politischen Debatte auf. Dabei soll durch Kompromisse mit breitem Rückhalt in der Politik Polen neue Reformfähigkeit erhalten. Rechte Kommentatoren hingen sehen das als Versuch, die Regierenden zu stärken.

Doch die Probleme in Polen bleiben weiter bestehen – nachhaltige Lösungen gibt es von keiner Seite.

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