Militärübungen in Polen

Während wichtige polnische Politiker eine höhere NATO-Präsenz fordern, schaffen die Amerikaner mit der Verlegung einer NATO-Brigade von Italien nach Polen Fakten. Darüber hinaus wird die Atmosphäre und Kriegsangst in Polen durch eine Reisewarnung des Außenministeriums angeheizt.

AußenministeriumJe instabiler die Lage in Russland und der Ukraine, desto stärker ist in Polen die Angst vor einem Dritten Weltkrieg und dem Einmarsch russischer Truppen. So hat Außenminister Radoslaw Sikorski Anfang April zwei schwere NATO-Brigaden – also 10.000 Soldaten – auf polnischem Boden gefordert. Und auch Präsident Bronislaw Komorowski fordert eine stärkere Präsenz der NATO.

Diese „Rhetorik des Kalten Krieges“, wie es der SLD-Abgeordnete des polnischen Parlamentes Stanislaw Wziatek beschrieb, scheint nun zu fruchten. In den polnischen Medien wurden heute gemeinsame Militärübungen von polnischen und amerikanischen Soldaten angekündigt. Laut Internetplattform tvn24.pl soll in kürzester Zeit eine amerikanische Kompanie von Italien nach Polen verlegt werden. Das wären dann ungefähr 100.000 Männer und Frauen der Infanterie, die sich für eine noch unbekannte Zeit in Polen aufhalten würden. Diese Informationen bestätigte Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak in einem Fernsehinterview.

Die in Polen schon angespannte Atmosphäre wird durch eine Reisewarnung des Außenministeriums weiter aufgeheizt. Diese gilt für insgesamt fünf Oblaste in der Ukraine, die im Osten und Süden liegen. Polnische Staatsangehörige, die sich in anderen Oblasten aufhalten, werden zu besonderer Vorsicht und Achtsamkeit aufgerufen. Befürchtet wird eine weitere Eskalation der Situation.

Bild: Polnisches Außenministerium // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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