Papst wird abtreten – Umbruch für Polen?

Sowohl in den deutschen, als auch in den polnischen Medien ist heutiges Top-Thema die Abdankung des Papstes Benedikt XVI. Josef Ratzinger hatte heute gegen Mittag überraschend verkündet, dass er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben möchte – ein Vorgang, der seit Jahrhunderten in der katholischen Kirche nicht mehr stattgefunden hat. Der 85-Jährige aus Deutschland ist 2005 nach dem Tod des „polnischen Papstes“ Johannis Paul II. ernannt worden, davor war er Chef der Glaubenskongregation, eine Nachfolgeinstitution der Inquisition. Das Amt aufgeben wird Papst Benedikt XVI. am 28. Februar und die Wahl eines neuen Papstes wird bis Ende März erwartet.

Seit der Meldung über den Rücktritt werden Kirchen-Experten in den Medien über den weiteren Verlauf bis zur Ernennung eines neuen Papstes und die Hintergründe befragt. Gemutmaßt wird, dass der nächste Papst ein Italiener sein könnte, da die italienische Fraktion in der Konklave sehr stark ist. Auch sind die letzten zwei Päpste keine Italiener gewesen, zuvor waren rückblickend bis ins 16. Jahrhunderte alle Päpste italienischer Herkunft.

Für Polen könnte die Wahl eines neuen Papstes weitreichende Konsequenzen haben – die katholische Kirche hat sehr großen Einfluss auf die polnische Politik und Gesellschaft. Ein progressiver Papst könnte Einstellungs- und Verhaltensänderung in Polen bewirken und möglicherweise die zwei sich gegenüberstehenden Lager der Kirchenkritiker und Kirchenbefürworter näher bringen. Denkbar wär auch eine Annäherung zwischen den unterschiedlichen Lagern der tief gespaltenen politischen Szene.

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2 Antworten auf "Papst wird abtreten – Umbruch für Polen?"

  1. Jörg sagt:

    Ich glaube nicht, dass ein „progressiver“ Papst irgendwelche Konsequenzen für die polnische Politik hätte. Die einen werden weiterhin gegen jeden sein, der von ihren Vorstellungen abweicht, die Ursache für ihre Intoleranz ist ja nicht nur die Religion. Die anderen hat es sowieso nie interessiert, was der Papst sagt. Sie müssen sich gläubig geben, weil Politik ohne Glauben in Polen nur sehr schwer zu machen ist.

  2. Lukas Plewnia Lukas Plewnia sagt:

    Und genau in dem beschriebenen Umfeld wäre möglicherweise die Aufgabe des neuen Papstes, eine Aussöhnung zwischen den Parteien anzuregen.Denn die Gläubigen in Polen werden nicht entgegen der vom Papst vorgegebenen Richtung handeln.

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