Polen bald Kriegsgebiet?

Europa gerät immer tiefer in eine Krise mit Russland. Der polnische Europaparlamentarier Cymanski sieht schon eine allgemeine Mobilisierung auf die männlichen Polen zukommen. Doch andere Politiker sehen eher wirtschaftliche Einbußen sowie überzogene Forderungen von polnischen Generälen.

Der Konflikt auf der Krim verstärkt sich immer weiter, nicht sicher ist die Teilnahme von Angela Merkel am kommenden G-8-Gipfel in Sotschi. Als offenbar nächste Stufe des Konfliktes scheint ein Cyberkrieg ausgebrochen zu sein. In diese Stimmung passen sich polnische Politiker aus dem rechtsklerikalen Lager ein.

Tadeusz Cymanski, seines Zeichens EU-Parlamentarier der rechtsklerikalen Partei Solidarisches Polen (SP), äußerte heute in einer Radiotalkshow seine Besorgnis über die mangelnde Einsatzbereitschaft von polnischen Männern. In der Sendung 7 Dzien Tygodnia im Radio Zet sagte Cymanski, polnische Männer wüssten nicht mehr, wie sie mit der Waffe umgehen müssten. „Ich möchte erklären, dass ich zwei Söhne habe und diese hatten überhaupt keine Schulung“, so der Parlamentarier. Für eine allgemeine Wehrpflicht sei er jedoch nicht, sondern lediglich für eine Schulung der männlichen Bevölkerung in Friedenszeiten. Mit gebrochener Stimme füge Cymanski kurz darauf hinzu: „ Es wird keine Mobilisierung geben, denn ich schicke meine Söhne nicht in den Tod, wenn Sie vorher noch nie ein Maschinengewehr in der Hand gehalten haben.“

Politiker und Kommentatoren aus dem Mitte-Rechts- sowie dem Mitte-Links-Spektrum sind da pragmatischer. Im Vordergrund der Diskussion steht die Isolierung Russlands durch die Europäische Union und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Einbußen polnischer Unternehmen und der Volkswirtschaft. Der Ruf nach Entschädigungszahlungen für mögliche finanzielle Defizite für nach Russland exportierende Firmen wird immer lauter. Darüber hinaus würden polnische Generäle Panik bezüglich der Einsatzbereitschaft der Armee schüren. Denn das Interesse sei groß, immer mehr Mittel und Personal zur Verfügung zu haben.

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