Polen bangt um Alpinisten

Polen bangt um zwei Alpinisten, die im Himalaya verschollen sind. Ein vierköpfiges Expeditionsteam war aufgebrochen, den Broad Peak, den mit 8.051 Metern zwölfthöchsten Berg der Welt, zu besteigen. Die Gruppe hat tatsächlich gestern gegen 18 Uhr pakistanischer Zeit den Gipfel erreicht, doch auf dem Rückweg ist es zu Komplikationen gekommen: zwei der Bergsteiger sind zwischen Gipfel und Basiscamp IV verschollen.

Der Kontakt mit Tomasz Kowalski und Maciej Berbeka brach dann um 6:30 Uhr pakistanischer Zeit ab, nachdem diese den Abstieg begonnen hatten. Während die beiden die Nacht etwas unterhalb des Gipfels verbracht haben, hatten die anderen beiden Teilnehmer Adam Bielecki und Artur Malek bereits das Basiscamp IV (7.400 Meter) erreicht. Warum Kowalski und Berbeka nur so langsam vorankamen, ist bisher nicht bekannt; in einem der letzten Funksprüche klagte Kowalski jedoch über Atembeschwerden.

Suche erfolglos

Die Wetterlage am Broad Peak ist noch gut (zwischen -27 und -35 Grad Celsius), aber schlechter werdend: Weil ein schwerer Sturm aufzieht, müssen die Expeditionsteilnehmer bis morgen 10 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Berg herunter sein. Ein Suchtrupp aus pakistanischen Sherpas hat versucht, vom Zeltlager aus die Umgebung bis 7.600 Meter Höhe nach den Vermissten abzusuchen – ohne Erfolg. An Bielecki und Malek ging bereits die Anweisung, nicht weiter zu warten, sondern abzusteigen. Bieliecki ist bereits im Lager, Malek auf dem Weg nach unten.

Die Alpinisten sind Teil des Programms „Polnischer Winterhochgebirgssport 2010-2015“, bei dem unter der Schirmherrschaft des polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski die höchsten Berge der Welt erklommen werden sollen; sie führten die erste Besteigung des Broad Peak im Winter durch. Bereits 1975 schaffte eine polnische Expedition mit diesem Gipfel an der pakistanisch-chinesischen Grenze die erste Besteigung eines Achttausenders durch Polen – damals überstanden drei Teilnehmer den Rückweg durch einen Schneesturm nicht.

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