„Polen den Polen, Polen für Polen“

Unter diesem Slogan verlief der diesjährige Unabhängigkeitsmarsch in Warschau. Mit diesem gedenken vor allem polnische Nationalisten dem Jahrestag der polnischen Unabhängigkeit. Dabei wurde der diesjährige Marsch von Demonstranten genutzt, um gegen Flüchtlinge und den Islam zu demonstrieren. Da es in der Vergangenheit immer wieder zu Zusammenstößen mit linken Gegendemonstranten und der Polizei kam, wird der Unabhängigkeitsmarsch kontrovers diskutiert. Doch den diesjährigen Marsch unterstützte der polnische Präsident Andrzej Duda (PiS).

Polnische FlaggeDer Unabhängigkeitsmarsch ist Teil der polnischen Unabhängigkeitsfeiern. Denn am 11. November feiert Polen alljährlich seine Unabhängigkeit. An diesem Datum im Jahre 1918 bekam Polen mit dem Ende des Ersten Weltkriegs nach 123 Jahren seine staatliche Eigenständigkeit wieder zurück. Jährlich bekommt der Marsch ein eigenes Motto.

Seit 2010 bekommt der Warschauer Unabhängigkeitsmarsch einen gewaltigen Zulauf. Während bis 2010 nur wenige hundert Menschen, vor allem an regionalen Märschen teilnahmen, stieg 2010 die Popularität des Warschauer Marsches als zentrale Veranstaltung auf ca. 10.000 Demonstranten an. Linke Aktivisten versuchten diesen ersten großen Marsch zu blockieren, was seien Popularität weiter stärkte. 2011 nahmen bereits 20.000 Aktivisten teil und es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und der Polizei. 2012 nahmen ca. 25.000 Aktivisten teil. Dabei kam es immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei. Im Jahre 2014 nahmen bereits 70.000 Aktivisten am Unabhängigkeitsmarsch teil.

2015 weniger Gewalt, doch klar gegen Flüchtlinge und mit Unterstützung von Präsident Duda

Am gestrigen Marsch nahmen wieder ca. 70.000 Menschen teil. Dieser wurde von Pyrotechnik und islamfeindlichen Parolen begleitet. Vor dem Beginn des Marsches wurde ein Brief des polnischen Präsidenten Andrzej Duda vorgelesen, indem er seine Freude über den Marsch äußerte und sich bei den Teilnehmenden bedankte. Mit diesem Brief erlebt der Warschauer Unabhängigkeitsmarsch eine starke politische Aufwertung.

An der Veranstaltung und der abschließenden Kundgebung nahmen auch eingeladen Gäste der ungarischen rechtsradikalen Jobbik Partei, sowie Politiker von Recht und Gerechtigkeit (PiS) teil. Am Ende des Marsches im Warschauer Nationalstadion kritisierten die Organisatoren die deutsche Flüchtlingspolitik und sprachen sich für ein Polen ohne Migranten und gegen den Islam aus. Zu den Rednern zählte auch der Vorsitzende der nationalistischen Allpolnischen Jugend Adam Andruszkiewicz, der ein Polen ohne Migranten aufbauen möchte, das seine eigenen Grenzen wieder schützen können.

Die offen Sympathien der PiS für den Warschauer Unabhängigkeitsmarsch unter dem Motto: „Polen den Polen, Polen für Polen“ gibt eine guten
Eindruck über die zukünftige politische Ausrichtung Polens.

Bild: Polnische Flagge // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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