Nur noch 4 Spiele und Polen ist Europameister

Am Dienstagabend war es nun offiziell – die Polnische Fußballnationalmannschaft hat sich das erste Mal für das Achtelfinale qualifiziert. Mit 7 Punkten hat sie mehr Punkte errungen als bei allen vorherigen Europameisterschaften zusammen. Polens Sportwelt erlebt in den letzten Jahren einen imposanten Aufschwung. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur.

Polnische FlaggeBei der Europameisterschaft 1960, die ebenfalls in Frankreich stattfand, spielte Polen auch im Achtelfinale mit. Allerdings nahmen damals nur 17 Mannschaften teil, sodass das Fußballturniere in gewisser Weise schon im Achtelfinale anfing.

Dann kam erstmal lange nichts. Von 1960 bis 2004 gelang nicht Mal eine Qualifikation. Die Teilnahmen 2008 und 2012 will man in Polen aus sportlicher Sicht eher aus dem Gedächtnis verbannen. Bei 6 Spielen holte man nur 3 Punkte, gewann kein Spiel und das Torverhältnis lag bei 3 zu 7. Ein großes Fiasko.

Nun erreicht man 2016 in Frankreich 7 Punkte in 3 Spielen und spielt dabei ein Unentschieden gegen den Weltmeister Deutschland. Als man  gestern die zufriedenen Gesichter der polnischen Fans sah, kam viel Freude auf.

Viele Erfolge in verschiedenen Sportarten

Die Meisten können sich gar nicht mehr daran erinnern, wann Polens Sportler das letzte Mal so viele Erfolge in so vielen verschiedenen Sportarten nach Hause gebracht haben.

Meistens misst man sich dabei an Deutschland, gegen das man 2015 in allen Mannschaftssportarten gewonnen hat – Fußball inklusive. Die Handballer errangen den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 2015, bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft stand Polen am Ende auf Platz 6 vor Deutschland und Russland (!) und die Volleyballer wurden 2014 sogar souverän Weltmeister.

Auch in anderen Sportarten gibt es was zu schauen – Speedway, Skispringen oder Tennis – die Liste hört hier nicht auf.

Geld und Sportsgeist

Sicherlich spielt Geld bei Polens sportlichen Erfolgen eine große Rolle. Ohne Geld gibt es keine Stadien, Sportplätze und Gehälter für die Trainer. Doch der Sportsgeist ist genauso wichtig. Erfolgreiche Sportler wie Adam Malysz haben dazu beigetragen, dass Skispringen zu den beliebtesten Sportarten in Polen gehört.

Polens letzte Hoch-Zeit war in den 1980er Jahren. Dann fiel man urplötzlich auf die unteren Rangplätze. Während man damals weltweit damit anfing sich um das Wohl des Sportlers zu kümmern, neue Technologien einzuführen und intensiv daran arbeitete Statistiken zu führen und zu analysieren, basierte die polnische Trainingswelt immer noch auf den alten Methoden. Man verlor technisch gesehen den Anschluss.

Nach 25-jähriger Aufholjagd belegt Polen endlich die Plätze, die für eine so große Sportnation selbstverständlich sein sollten.

Um sich davon überzeugen zu können, dass Polen sportlich keine Eintagsfliege ist, muss man einfach das Sport- und Tourismusmuseum in Warschau besuchen. Entscheidend ist letzten Endes nicht die Krise als solche, es ist vielmehr die Bewältigung derselben. Ein schöner Höhepunkt dieser Aufarbeitung wäre natürlich der Pokal der Fußball-Europameisterschaft.

Bild: Polnische Flagge // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] / polen-heute.de/Flickr

 

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