Polen schaut auf die Krim

Polen schaut auf das Referendum auf der Krim. Die Abstimmung über den Beitritt zur Russischen Föderation wird allgemein als Farce wahrgenommen. Doch Warschau scheint hilflos, zumal die Mehrheit der Krimbewohner wohl tatsächlich zu Russland gehören will.

Das heutige Referendum auf der Krim ist auch in Polen intensiv verfolgt worden. Offenbar haben sich 95,5 Prozent der Befragten für den Beitritt zur Russischen Föderation ausgesprochen. Die Tataren auf der Insel hatten den Volksentscheid boykottiert. Morgen will die Krim-Regierung einen Beitrittsantrag nach Moskau übermitteln.

In den polnischen Medien wird das Referendum allgemein als Farce und von Moskau gesteuert angesehen. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski wurde noch deutlicher. Für die Regierung in Warschau ist das Referendum illegal und nicht verfassungskonform. Sikorski fügte hinzu, dass sich Polen durch Russland zwar noch nicht militärisch bedroht fühle, allerdings sei man „durch die unheilvollen Vorgänge auf dem Territorium eines wichtigen NATO-Partners beunruhigt“.

Andere Kommentatoren warnen jedoch vor allzu harten Sanktionen gegenüber Russland. Auch die polnische Wirtschaft könnte davon betroffen sein. Die Krim wird allgemein als „für die Ukraine verloren“ angesehen. Ausgeblendet wird, dass der Wille der Krimbevölkerung zu Russland zu gehören, tatsächlich stark ausgeprägt ist. Die nächsten Tage werden auch in Polen mit Spannung erwartet.

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