Polnische Ingenieure von Berliner Polizei verletzt

In der letzten Woche wurden zwei polnische Ingenieure von der Berliner Polizei irrtümlicherweise gewaltsam verhaftet. Die deutschen Beamten hielten sie irrtümlich für Geldfälscher. Jetzt fordern die angegriffenen Männer eine Entschädigung – und die Diplomatie eine möglichst schnelle und genaue Erklärung.

Am letzten Donnerstag, dem 12.12.2013, kam es am späten Abend an einer Berliner Tankstelle zu einem brutalen Zwischenfall. Zwei polnische Ingenieure, die ihren Dienstwagen tanken wollten, wurden von der Polizei für verdächtige Geldfälscher gehalten. Aus diesem Grund hat die Polizei die beiden Ingenieure versucht zu verhaften. Da die Männer sich widersetzten, wendeten die Polizisten Gewalt an.

Die Ingenieure wurden zu einer Polizeiwache gebracht, wo sie vernommen wurden. Ihren eigenen Berichten zufolge ist die Berliner Polizei mit ihnen sehr brutal umgangen. Bei der Festnahme waren alle Polizisten in Zivil, auch ihre Wagen waren nicht gekennzeichnet. Die Männer berichten, sie hätten gedacht, es sei ein Überfall gewesen, deshalb hätten sie versucht zu fliehen. Die Beamten hätten ihre Handys sowie die elektronische Ausrüstung im Wagen beschlagnahmt. Nach der Vernehmung erwies sich, dass die Männer irrtümlicherweise festgehalten wurden. Danach wurden die Ingenieure freigelassen und konnten sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.

Es stellte sich heraus, dass die Berliner Polizei eine Razzia gegen Geldfälscher durchgeführt hat. Sie hat zwei verdächtigte Autos verfolgt, die an derselben Tankstelle wie die Ingenieure gehalten haben. Nachdem die später festgenommenen verdächtigen Geldfälscher getankt hatten, sprachen sie die Ingenieure an – sie sollen gefragt haben, ob sie sie an die deutsch-polnische Grenze bringen können. Die Ingenieure haben sofort verneint, trotzdem wurden sie von der Polizei auch für Verdächtige gehalten.

Firma fordert Entschädigung, Diplomatie eine schnelle Erklärung

Die Medien berichten, dass die verletzten Ingenieure zwar das größte, aber nicht das einzige Problem sind. Die Inhaberin der Firma, für die die Männer arbeiten, sagte, die beschlagnahmte Ausrüstung sowie der Wagen selbst seien zerstört worden. Die Glasscheiben seien zerschlagen und die Laptops draußen in der Kälte aufbewahrt worden, wodurch sie nicht mehr funktionierten. Die Firma sowie die Ingenieure selbst kündigten an, um entsprechend große Entschädigungen zu kämpfen.

Außenminister Radoslaw Sikorski sagte in Brüssel, das polnische Außenministerium beschäftige sich sehr intensiv mit dieser Frage. Der Konsulardienst in Berlin habe sofort interveniert. Der Sprecher der polnischen Botschaft in Berlin Jacek Biegala wiederum informierte, dass sofort nach der Mitteilung über den Zwischenfall eine Bitte um genaue Erklärung an die Berliner Polizei geschickt wurde. Am Montag fügte er hinzu, dass die Botschaft ein weiteres Mahnschreiben an das Landeskriminalamt verschickt habe. Die Angelegenheit wird weiter durch die Gnesener Staatsanwaltschaft untersucht.

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