Portnikov: Ich bin in Warschau

Der ukrainische Publizist und Politologe Vitaly Portnikov ist aus der Ukraine nach Warschau geflohen. Portnikov hat Angst, vom ukrainischen Geheimdienst umgebracht zu werden.

Portnikov ist der Meinung, dass die aktuelle Situation in der Ukraine tragisch ist und es eine weitere Radikalisierung und Eskalation des Konfliktes geben werde. Andererseits meint er aber, dass in seiner Heimat keine Rede von einem Bürgerkrieg sei. Den derzeitigen Konflikt bezeichnet der Publizist als Krieg der Gesellschaft gegen Präsident Wiktor Janukowytsch.

Portnikov betont laut Medienberichten auch, dass sich die Situation in der Ukraine weiter radikalisieren werde. Und es werde nicht nur in Kiew so sein, sondern vermutlich auch in anderen ukrainischen Regionen. Aktuell hält er eine Destabilisierung der Ukraine für wahrscheinlich.

Ferner äußert sich der Politologe positiv zu den Visarestriktionen, die die USA auf Mitglieder der ukrainischen Führung auferlegt hat, die für Gewaltanwendungen gegen die Opposition verantwortlich sind. Dieses Mittel solle auch von der EU eingesetzt werden.

Flucht nach Warschau

Portnikov habe Drohungen erhalten, vor allem telefonische, und der Geheimdienst soll am Dienstag versucht haben, in seine Wohnung einzudringen. Er sei ins Ausland, nach Warschau, geflohen, da er die Pläne, ihn zu töten – als „neuer Heorhij Gongadse“ – durchkreuzen wollte. Portnikov bezieht sich damit auf die Geschichte des georgisch-ukrainischen Journalisten Heorhij Gongadse, der 2000 für Publikationen über Korruption auf höchster Ebene entführt und ermordet wurde.

Portnikov kann nicht direkt sagen, ob er sich jetzt sicher fühlt – er sagt nur, dass er in Warschau ist.

 

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