Rauer Winter in Lublin

Die Woiwodschaft Lublin ist seit einigen Tagen durch starken Schneefall fast paralysiert. Doch die Situation scheint sich zu bessern; die Einsatzkräfte sind unentwegt im Betrieb. Augenscheinlich war neben dem Schnee ein Informationsdefizit ursächlich für die Situation. Doch Premier Tusk und die Medien konnten dieses bewältigen.

Die an die Ukraine und Weißrussland angrenzende Woiwodschaft Lublin mit ca. 2,2 Millionen Einwohnern scheint durch den Winter außer Kontrolle zu geraten. Nach Informationen der Behörden weicht jedoch die Situation nicht von den üblichen Schwierigkeiten im Winter ab. Primär werde daran gearbeitet, die wichtigsten Landstraßen freizuräumen. Es gibt aber viele kleine Dörfer, die zurzeit von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Kleine Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten

Staatliche Stellen berichten, dass alle Bundes- und Woiwodschaftsstraßen bereits wieder befahrbar sind. Erhebliche Verkehrsprobleme bestehen jedoch auf lokalen Straßen, was deutlich in der Woiwodschaft zu sehen ist. Die Einwohner kleinerer Dörfer haben nämlich das „Unglück“, dass die Einsatzkräfte beauftragt wurden, den Schnee zuerst in größeren Städten und von Bundes- und Woiwodschaftsstraßen zu räumen. Dies resultierte unter anderem darin, dass in manchen kleinen Gemeinden wie zum Beispiel in Mircze (Landeskreis Hrubieszow) 80 Prozent der Wege seit mehreren Tagen nicht befahrbar sind.

Sämtliche Medien berichten, dass die schwierige Verkehrssituation erst nach einem Anruf von Ministerpräsident Donald Tusk die Aufmerksamkeit der Woiwodin von Lublin Jolanta Szolno-Koguc erregte. Daher hat gestern in Mircze eine Krisenstabssitzung stattgefunden, an der unter anderem der Minister für Verwaltung und Digitalisierung Rafal Trzaskowski und die Woiwodin teilnahmen. Szolno-Koguc erklärte, sie wolle denjenigen Einwohner, die sich in unter dem Schnee begrabenen Dörfern aufhalten, „persönlich das mangelnde Brot bringen“.

Einsatz von Grenzschutz, Polizei und Feuerwehr

Im Landeskreis Hrubieszow ist die Situation recht gefährlich, da gestern früh immer noch 40 Prozent aller Gemeinden von der Welt abgeschnitten waren – bisher hat sich die Situation etwas verbessert, sie bleibt jedoch angespannt. Minister Trzaskowski wies darauf hin, dass dank dem Engagement von Grenzschutz, Polizei und Feuerwehr die Anzahl dieser Dörfer in kurzer Zeit auf 30 Prozent gesunken sei.

Die Verwaltung in Lublin hat darüber hinaus eine kostenlose Hotline für die Einwohner eingerichtet. Dies geschah, da die Einwohner zu Beginn des Wintereinfalls eher bei den Medien um Hilfe baten und nicht bei den entsprechenden Behörden.

Mangel an Kommunikation?

Es ist weder überraschend, dass der Winter Verkehrsschwierigkeiten mit sich bringt, noch, dass sie nur selten vermeidbar sind. Wichtig ist aber, was Regierung und lokale Behörden daraus lernen. In diesem Falle scheint es nicht an Kapazitäten gefehlt zu haben, sondern am Wissen über Infrastruktur und ihre Nutzung durch die Einwohner.

Eine wache mediale Öffentlichkeit konnte dem jedoch entgegen wirken. Sie setzt staatliche Stellen unter Druck, denn die nächsten Wahlen wollen gewonnen werden. Das nützt dem Bürger.

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