Reform des Gesundheitswesens in Sicht

Dass der Nationale Gesundheitsfonds (NFZ) eine Veränderung braucht, wissen die Polen schon seit Jahren. Monate- oder sogat jahrelange Wartezeiten zu den Fachärzten gehören zum bitteren Alltag. Der Gesundheitsminister Konstanty Radziwill will sich mit diesem Problem nun befassen und bis 2018 NFZ komplett abschaffen.

Konstanty Radziwill und Beata SzydloViele polnische Bürger kennen das Prolem aus eigener Erfahrung – wenn man eine Untersuchung von einem Spezialisten braucht, muss man sich entweden auf monatelanges Warten oder eine private Sprechstunde und damit verbundene Kosten einstellen. Die polnsiche Gesellschaft ist mit diesem System seit Jahren unzufrieden, doch bisher wurde in dieser Frage nichts getan. Jetzt kündigt der Gesundheitsminister Konstanty Radziwill eine grundlegende Reform an.

Der Nationale Gesundheitsfond (NFZ) soll nämlich bis 2018 komplett abgeschafft werden. Einige Funktionen werden zusammen mit NFZ verschwinden, sonst übernimmt die Aufgaben dieser Institution das Gesundheitsministerium und die ihm untergeordneten Ämter auf der Woiwodschaftsebene.

Radziwill findet es sinnlos, dass die Wartezeiten zu den Fachärzten so lang sind und die Patienten, trotz einer Krankenversicherung die Privatsprechstunden selber bezahlen müssen, um zeitnah untersucht zu werden. Gleichzeitig sagte er, dass das Problem nicht nur am Geld liege, sondern an der allgemeinen Organisation. Die Patientenbetreuung müsse nämlich besser koordieniert sein, so dass die Patienten nicht im Stich gelassen werden, so der Gesundheitsminister. Zum Beispiel solle ein Patient nach einem Aufenthalt im Krankenhaus sofort eine fachärztliche Betreuung bekommen. Die neuen Lösungen sollen schon im nächsten Jahr zur Testphase eingeführt werden. In einigen Einrichtungen werden die Patienten der Kardiologie und Orthopädie ohne Wartezeit entsprechende Rehabilitationsbetreuung erhalten.

Bild: Gesundheitsminister Konstanty Radziwill und Premierministerin Beata Szydlo // (cc)  P.Tracz/KPRM [Public Domain Mark 1.0] / Flickr

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