Rund drei Millionen Polen leiden an Diabetes

Heute veröffentlichte die Polnische Presseagentur (PAP) die Ergebnisse der neusten Ausgabe des Berichts Zuckerkrankheit. Die verborgene Pandemie. Situation in Polen. Zum ersten mal wurde der Bericht im Jahre 2010 publiziert – damals wurde die Anzahl der an Diabetes Erkrankten auf 2,6 Mio. geschätzt. Heute spricht man von mindestens drei Millionen Diabetikern in Polen, von denen ca. ein Drittel undiagnostiziert bleibt.

Woher kommt der Anstieg der Betroffenenanzahl? Laut den Ärzten der Polnischen Diabetesgesellschaft (Polskie Towarzystwo Diabetologiczne) seien mehrere Faktoren zu beachten. Am wichtigsten ist die Tatsache, dass sich die Anzahl der Erkrankungen an Diabetes des zweiten Typus real vermehrt hat – dabei werden immer mehr jüngere Leute zuckerkrank. Die Hauptursachen dieser Erkrankungen sind bekannt – das sind vor allem schlechte, kalorienreiche Diät und Bewegungsmangel.

Hohe Behandlungskosten

Desweiteren hat sich dank der medizinischen Entwicklungen die Lebenserwartung der Diabetiker erhöht. Das drittwichtigste Faktor ist die zusätzliche Vergütung, die die Ärzte für die richtige Diagnostizierung von Zuckerkrankheit bekommen. Dies führte dazu, dass Ärzte aktiver nach Diabetikern gesucht haben und entsprechende Untersuchungen bei diesen Patienten eingeleitet haben. Die Autoren des Berichtes weisen dabei auf den hohen vierten Platz, auf dem Polen hinsichtlich der Häufigkeit der Diabeteserkrankungen in Europa rangiert.

Die große Anzahl an Diabetikern hängt mit riesengroßen Kosten der Behandlung zusammen. Der Polnischen Diabetergesellschaft zufolge wird momentan besonders viel für die indirekten Folgen der Zuckerkrankheit ausgegeben, d.h. Verwicklungen am Herzen, an den Nieren und Augen. Aktuell erfahren aber zu viele Diabetiker zu spät von ihrer Krankheit, um die nachfolgenden Komplikationen zu verhindern. Von daher kommt der Aufruf der Diabetologen, nicht an der Prävention und der Behandlung der direkten Folgen zu sparen, um den weiteren Kostenanstieg bei den viel teureren indirekten Folgen zu stoppen.

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