SLD im Umbruch – Miller geht

Am morgigen Samstag findet der SLD-Parteitag statt. Die linke Partei, die nicht mehr im Parlament ist, muss sich neu erfinden. Auch der Vorsitz muss neu besetzt werden. Parteichef Leszek Miller tritt nicht mehr an. Gelingt der Umbruch?

Leszek Miller (2013) // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / FlickrAm morgigen Samstag findet der landesweite Parteitag des Bundes der Demokratischen Linken (SLD) statt. Dort soll es unter anderem um die Nachfolge im Vorsitz gehen. Die Partei hatte bei den letzten Wahlen massiv an Stimmen verloren und verpasste den Einzug ins Parlament. Nun muss sich die Partei außerparlamentarisch neu erfinden, um überhaupt noch eine Rolle zu spielen. Im linken Spektrum scheinen ihr andere Gruppen wie etwa Razem (Gemeinsam) den Rang abzulaufen.

Eine große Änderung wird es auf jeden Fall geben: der langjährige Vorsitzende Leszek Miller wird nicht mehr antreten. Kritiker werfen dem scheidenden Parteichef seit Jahren vor, die Partei nicht modernisiert zu haben. Zudem soll Miller stets seinen Führungsanspruch behauptet und so junge, hoffnungsvolle Nachwuchskräfte aus der Partei gedrängt haben. Überhaupt hat es der SLD nie geschafft, sich aus der Nachfolgerrolle der Ex-Staatspartei zu befreien. Junge linke Kräfte fühlten sich von ihm nie in großem Rahmen angesprochen.

Ob sich das ändert, muss abgewartet werden. Die Partei will am Samstag auch über mehr Basisdemokratie sprechen. So soll entschieden werden, ob der neue Parteichef (oder die neue Chefin) per Mitgliederentscheid oder über Delegierte gewählt wird. Kandidaten gibt es bereits eine Menge. Wer sich am Ende durchsetzen kann, ist noch offen. Auch, ob morgen schon gewählt wird oder erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Bild: Leszek Miller (2013) // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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