Smolensk – neue Fakten entdeckt

Die von der Militärischen Staatsanwaltschaft berufenen Experten haben die Black Box-Aufnahmen des in Smolensk verunglückten Flugzeugs erneut untersucht. Dabei sind sie auf bisher unendeckten Aufnahmen gestoßen. Diese sind genauer und enthüllen neue Fakten für die Ermittlungen.

Kurz vor dem fünften Jahrestag der Flugzeugkatastrophe bei Smolensk, bei der der damalige Präsident Lech Kaczynski samt seiner Frau und 94 weiteren Personen ums Leben gekommen sind, tauchen neue Fakten zur Klärung der Ursachen der Katastrophe auf. Ein neues Expertenteam, das die Militärische Staatsanwaltschaft berufen hat, hat die Aufnahmen der Flugdatenschreiber erneut untersucht. Die Experten haben dabei bisher unbekannte Aufnahmen entdeckt.

An die neusten Ergebnisse sind die Redakteure des Radiosenders RMF FM gekommen und sie haben diese auch veröffentlicht. Durch die neuen Untersuchungen sollen bis zu 30 Prozent mehr registrierte Worte verstanden worden sein. Nun werden die alten und neuen Dokumente miteinander verglichen. So hat sich allerdings herausgestellt, dass sich im Cockpit des Tupolew-Flugzeugs in den letzten zwanzig Minuten vor der Katastrophe ständig andere Personen – außer der Besatzug – befanden.

Wenig neue Erkenntnisse

Laut der neuesten Analyse der Aufnahmen war der Kommandant der Polnischen Luftstreitkräften, General Andrzej Blasik, im Cockpit anwesend. Der General solle auf die Bitten der Stewardess, seinen Platz wieder einzunehmen, nicht reagiert haben und der Besatzung eigene Befehle erteilt haben. Trotz des Alarms der Flugmaschine („Terrain ahead!“ – Gelände voraus) soll General Blasik gesagt haben: „Du passt hier noch rein, nur zu!“.

Die Experten der Militärischen Staatsanwaltschaft halten sich jedoch bei Urteilen zurück. Sie werfen den vom Radiosender veröffentlichen Aufnahmen Ungenauigkeit vor, bestätigen jedoch, dass sich bis zum unglücklichen Ende des Fluges der Kommandant der Luftstreitkräfte im Cockpit befand. Auch andere Experten warnen vor zu frühen Urteilen. Maciej Lasek von  der Staatlichen Kommission zur Untersuchung von Flugkatastrophen betonte, dass diese neuen Aufnahmen, auch wenn sie genauer seien, nicht bedeutend viel zur Ermittlungen beitragen würden – es habe bereits Indizien gegeben, dass die Atmosphäre im Cockpit viel zu unprofessionell gewesen sei und dass sich Dritte im Cockpit befunden hätten.

 

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