Starbucks sucht Streikbrecher in Polen

In Deutschland droht ein Streik im Gaststättengewerbe. Große Firmen wie McDonald’s oder Starbucks werden bestreikt. Der Kaffeshopbetreiber sucht bereits Arbeitskräfte in Polen, um sie als Streikbrecher einzusetzen. Die Gewerkschaft zeigt sich erbost.

Kulturpalst in Warschau bei NachtIn Deutschland droht ab der nächsten Woche ein mehrtägiger Streik im Niedriglohnsektor, konkret im Gaststättengewerbe. Bereits zum dritten Mal und diesmal endgültig wurden die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) ergebnislos abgebrochen.

Die Gewerkschaft lehnt das Angebot der Arbeitgeber ab. Es beinhaltete eine Lohnsteigerung um 1,3 Prozent, die Gewerkschaft fordert jedoch ein Plus von sechs Prozent und einen „deutlichen Abstand zum Mindestlohn“. Für die unterste Tarifgruppe soll der Mindesttariflohn bei mindestens neun Euro liegen. Die Arbeitgeber wollten aber maximal 8,84 Euro pro Stunde zahlen. Der BdS nannte den Abbruch der Verhandlungen „völlig unangemessen“.

Die Gewerkschaft NGG will Warnstreiks im gesamten Bundesgebiet aufrufen. Betroffen sind damit über 3000 Filialen mit rund 100.000 Beschäftigten, unter anderem bei den Burgerketten McDonald’s und Burger King, aber auch bei Coca-Cola, Starbucks, Nordsee, KFC und Pizza Hut.

Polen sollen Deutsche ersetzen

Der Streik betrifft indirekt auch Polen. Das beweist ein aktuelles Schreiben der Geschäftsführung von Starbucks an alle polnischen Filialen. Dort werden Arbeitskräfte für den kurzfristigen Einsatz in Deutschland gesucht – zum deutschen Mindestlohn von 8,84 Euro die Stunde. Ein durchaus attraktives Angebot für polnische Arbeitskräfte, die nur rund ein Drittel verdienen. Den Transport und die Unterkunft will Starbucks sogar selbst übernehmen. Die Gazeta Wyborcza hat das Schreiben veröffentlicht, das ein Mitarbeiter der Firma zugespielt hat.

Verständlicherweise hat diese Suche nach Streikbrechnern die NGG auf die Palme gebracht. Sie spricht von einer „Schweinerei“. Starbucks hält dagegen, man wolle den Gästen weiterhin „den besten Service“ bieten. Polnische Gewerkschaften planen Informationskampagnen gegen die Aktion von Starbucks.

Bild: Kulturpalast in Warschau bei Nacht // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] / Flickr, polen-heute.de

Schlagwörter: , ,


Diesen Artikel drucken
Flattr this!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Kommentar absenden

© 2017 Polen Heute. Alle Rechte gesichert. XHTML / CSS fähig.