Steuer auf Supermärkte kommt

Die polnische Regierung möchte ein Wahlversprechen einlösen und eine Steuer auf große Supermärkte einführen. Wird diese Maßnahme erfolgreich sein?

Plenarsaal im SejmDie Regierung des Parteivorsitzenden von Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczanski, ist gerade in der Umsetzung eines Wahlversprechens. Vor den Wahlen wurden zwei Steuern, eine Steuer auf Banken und eine Steuer auf großflächige Supermärkte angekündigt. Nun nimmt die Supermarkt-Steuer konkrete Züge an. Heute wurde ein entsprechender Vorschlag des Finanzministeriums bekannt, der bereits Premierministerin Beata Szydlo übersandt wurde.

Demnach soll es drei Sätze der Besteuerung geben: 0,7 Prozent, 1,3 Prozent und 1,9 Prozent. Ein Steuerfreibetrag von 1,5 Millionen Zloty (ca. 400.000 EURO) auf das monatlichen Einkommen soll kleine Geschäft von dieser Steuer befreien. Der Steuersatz von 1,9 Prozent soll auf den Verkauf am Wochenende und an den gesetzlichen Feiertagen erhoben werden.

Das Ministerium geht nicht davon aus, dass die Steuer an die Verbraucher weitergegeben wird. Man erhoffe sich eher einen Anstieg der Konkurrenz auf dem gesättigten Markt, so ein Sprecher des Ministeriums. Wirtschaftsexperten warnen hingegen vor einem Anstieg der Preise.

Doch die Wirksamkeit der Steuer wird von der Fähigkeit ihrer Erhebung abhängen. Denn nicht nur in Deutschland sind große Unternehmen sehr trickreich bei der Vermeidung von Steuerzahlungen. In Polen ist zudem der Notstand in den staatlichen Einrichtungen besonders hoch: hohe Fluktuation, geringe finanzielle Ressourcen sowie schlecht bezahlte und unterqualifizierte Mitarbeiter. Somit reicht ein Gesetz alleine nicht aus, die Auswirkungen und die langfristigen Folgen werden entscheidend sein.

Bild: Polnisches Parlament // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] / polen-heute.de/Flickr

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3 Antworten auf "Steuer auf Supermärkte kommt"

  1. wernert sagt:

    Nach aktuellem Kurs (ECB) von 4,46 sind 1,5 Mio Zloty aber nur 336322 € 🙂

    • Joachim sagt:

      …mit diesem „Kursrutsch“ haben die nicht gerechnet….auf den jedoch noch weitere Kursrutsche folgen könnten. Vielleicht sind 1,5 Mio Zloty demnächst nur noch 250.000 € 😉

  2. gast in Polen sagt:

    Den Geschaeftsbetreibern ist das herzlich egal , 90% sind international aggierende Firmen und Konsortien , aber selbst inlaendische, also polnische Firmen , werden die Mehrausgaben direkt an den Verbraucher oder Endkunden weitergeben . Genau so haben es die Versicherungskonzerne in Polen betreits gemacht , denn diese sind auch mit einer Sondersteuer belegt worden ab 2016 .
    Einer extra Steuer ist immer ein gefundenes Fressen fuer alle Preisstrategen in den Konzernen , so kann man gleich noch mal 2 % zu der Steuer oben drauf schlagen , das merkt kaum jemand , und wenn doch ….. dann ist der Schuldige ja schnell festgemacht in diesem Fall . Diese Art von Steuerpolitik ist von Vorgestern , was ja zur PIS Bewegung passt . man besinnt sich auf alte Werte und Traditionen, nur dem Kapitalismus ist so nicht bei zu kommen , da muessen die Herren in Warschau schon etwas frueher aufstehen .
    Auf diese Weise wird kein einziges , kleines Geschaeft , oder Familienbetrieb in Polen geschuetzt. Zur Finanzierung ihrer PIS Wahlgeschenke taugt es villeicht , aber was nuetzt es dem Buerger wenn die Butter oder das Brot auf einmal 15 % mehr kostet ?
    Denn der schleichende Verfall der PLN Waehrung, so wie die Steuerpolitik der PIS wird dazu fuehren , dass Vieles teurer werden muss !
    Aber auch dagegen hat die PIS schon eine Idee in der Schublade. Man setzt staatliche verordnete Hoechstpreise fuer Grundnahrungsmittel fest an die sich die Supermaerkte und Konzerne zu richten haben . Was dann passiert, duerfte jedem der auch nur ein klein wenig Ahnung hat von Oekonomie , einleuchten .
    Also aufgepasst , es duerfte sich bald wieder sehr lohnen in Polen einkaufen zu gehen.

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