Neue Strafen für Verkehrssünder

Slawomir Nowak (Mitte) heute auf der Pressekonferenz // (c) Kancelaria Premiera [CC BY-NC-ND 2.0] / FlickrFür Polens Autofahrer heißt es aufgepasst: Bald gelten neue, strengere Strafen für Vergehen im Straßenverkehr. Verkehrsminister Nowak nannte heute auf einer Pressekonferenz immer wieder zwei wichtige Zahlen: 43% aller Unfälle in Polen können auf überhöhte Geschwindigkeit zurückgeführt werden und 3.500 Tote gab es im Jahr 2012 auf polnischen Straßen.

Daher hat die Regierung einen umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen, der u.a. folgendes enthält:

  • Erhöhung der Bußgelder
  • Einzug des Führerscheins bei Überschreitung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit um das Doppelte in bebautem Gebiet
  • Ausweitung des Radarfallensystems von rund 300 auf knapp 500 Geräte.
  • mehr Personal bei der Polizei und neues Equipment
  • Verpflichtung zum sofortigen Halt, wenn sich ein Fußgänger einem Überweg nähert
  • Verbesserung der Straßenqualität
  • höhere Anforderungen an Rettungskräfte, Verunglückte schneller in Krankenhäuser zu transportieren.

Informationen zum Straßenverkehr in Polen

Laut GDKiA investierte Polen im Jahr 2009 trotz der Wirtschaftskrise (…) über 4,4 Milliarden Euro in das Straßennetz. (…) Die meisten Gesetze in Polen sind jetzt schon sehr ähnlich der deutschen Gesetzgebung, als Autofahrer sollen Sie jedoch die 0,2 Promille Grenze und Höchstgeschwindigkeits-Begrenzungen für Pkw beachten:
In der Stadt-50 km/h, Landstrassen-90 km/h, zweispurige Schnellstraße-120 km/h, Autobahn-140 km/h. Die Fahrzeuge auf polnischen Strassen müssen mit Sicherheitsdreieck, einen Verbandskasten, Sicherheitsweste und Feuerlöscher ausgestattet sein. Vergessen Sie nicht das Licht auch am Tage und über das ganze Jahr über einzuschalten! Die Unfallrate in Polen ist leider besonderes hoch, sinkt aber im überdurchschnittlich hohen Tempo dank kontinuierlichen Verbesserungen der Qualität des Straßennetzes und den scharfen Kontrollen. Stellen mit einer besonderes hohen Unfallrate werden durch einen Schwarzen Punkt (Czarny punkt) gekennzeichnet.

Mehr Infos auf virtualpolen.de

Die Diskussion um die Änderungen ist entbrannt, schließlich ist praktisch jeder in Polen davon betroffen. Einige Autofahrer fürchten pure Schikane und schimpfen über „Abzocke“ bei den neuen Radarfallen, andere loben die Neuerungen. Tatsächlich zählt Polen mit seiner Unfallstatistik zu den gefährlichsten Ländern in Europa; Fußgängerüberwegen sollte man sich sehr vorsichtig nähern, denn Fahrer halten dort nicht automatisch wie in Deutschland.

Bild: Slawomir Nowak (Mitte) heute auf der Pressekonferenz // (c) Kancelaria Premiera [CC BY-NC-ND 2.0] / Flickr

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2 Antworten auf "Neue Strafen für Verkehrssünder"

  1. DerFelek sagt:

    Naja, der Witz ist ja wohl dass Rostowski,Finanzminister, voraussichtliche Einnahmen aus Bussgeldern schon mal vorsorglich im Budget plaziert hat! Dass hier die Strassen endlich ordentlich gebaut/ausgebessert werden glaube ich keineswegs (macht sich aber propagandistisch nat. gut), eher schon, dass hier die immer gähnenderen Budgetlöcher gestopft werden sollen. Sicherheit ist auch nur, meiner Ansicht nach, vorangestellt. Meine Familie hat mir mal erzählt wo in Breslau/Umgebung und wieviele Blitzer aufgestellt wurden (sind die zumindest Made in Poland? Sicher nicht…)- Sicherheit sieht anders aus, hier sollen Fahrer gezielt finanziel gescherrt werden. Aus eigener Erfahrung- Was Polen braucht ist kein Netz von Blitzern sondern ordentliche Strassen,dafür auch Maut für die zigtausende vor allem deutsche LKWs, die Richtung Russland rollen,rigorose Strafen bei z.B waghalsigen Überholungsmanövern-wie z.B überholen in der Kurve,am Berg ect. und vielleicht einige Blitzer an besonders unfallintensiven Stellen. Ansonsten würde ich Herrn Tusk doch gerne daran erinnern, dass er vor einigen Jahren rigoros gegen

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