Tag der Unabhängigkeit: Zeit für Nationalismus

Die Polen feierten heute ihren Tag der Unabhängigkeit. In Warschau haben sich Hooligans und Faschisten untereinander und mit der Polizei Straßenkämpfe geliefert. Premierminister Tusk verurteilte die Gewalt am polnischen Nationalfeiertag.

Bronislaw Komorowski und Anna Komorowska // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / FlickrAm 11. November um 11:11 Uhr, also am Elften im Elften, wird in Deutschland gemeinhin der Karneval eröffnet. Karnevalshochburgen wie Köln oder Düsseldorf stehen an diesem Tag Kopf und so ist das dieses Jahr wie jedes Jahr. In Polen ist der 11. November auch ein Feiertag, sogar ein gesetzlicher, und auch Polen steht Kopf. Nur ist es ein Tag, an dem nationalistischen Gefühlen freier Lauf erhalten. Überall hängen polnische Flaggen und in der Hauptstadt Warschau wurden von nationalistischen Gruppierungen Kundgebungen abgehalten. Denn Polen feiert an dem die 1918 erlangte Unabhängigkeit, die nach 123 Jahren Teilung Polens erreicht wurde und mit der sogenannten zweiten Republik Polens bis 1945 anhielt. Danach kam die Herrschaft durch das kommunistische Regime.

Panzer Renault FT 17 // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / FlickrDieses Jahr gab es in Warschau zwei Hauptkundgebungen. An der einen nahmen Präsident Bronislaw Komorowski, Premierminister Donald Tusk und weitere wichtige Persönlichkeiten aus der Politik teil. Angeführt wurde die Parade mit dem Motto „Zusammen für die Unabhängige“ von dem ältesten Panzer Polens: einem Renault FT 17. Danach kamen unterschiedliche Teilstreitkräfte wie Heer oder Marine und am Schluss folgten die wichtigsten Politiker des Landes. Diese Kundgebung verlief friedlich; Kind und Kegel hatten ihren Spaß.

Gewaltexzess in Warschau

Unabhängigkeitstag (Polen) - Zusammen für die Unabhängige // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / FlickrEine weitere Kundgebung verlief jedoch nicht ganz so friedlich – man könnte fast von Gewaltexzessen sprechen, die sich im Zentrum Warschaus abspielten. Nationalisten zeigten unter dem Titel „Unabhängigkeitsmarsch“ ihre Verbundenheit mit dem Heimatland. Auf den Straßen wurden zum Teil Straßenkämpfe mit der Polizei veranstaltet; wobei auch Hooligans von unterschiedlichen Fußballvereinen und Faschisten aufeinander losgingen. Darüber hinaus wurde die russische Botschaft von dem Demonstranten angegriffen. Die Einsatzkräfte wurden mit Feuerwerkskörpern und Steinen beworfen und mussten hart durchgreifen. Einige Faschisten sind wahrscheinlich aus dem Ausland extra für diese Veranstaltung angereist, da unter anderem slowakische und ungarische Flaggen zu sehen waren.

Am Ende wurde die Demonstration aufgelöst; gezählt wurden sieben verletzte Polizisten sowie 32 festgenommene Straßenkämpfer. Premier Minister Tusk sagte dazu, es sei leider schon Tradition, dass sich die Feierlichkeiten in zwei Teile spalten. So sei es jetzt auch gewesen, als die losgegangen seien, die auf Krawall aus sind.

Bild 1: Bronislaw Komorowski und Anna Komorowska // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / Flickr
Bild 2: Panzer Renault FT 17 // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / Flickr
Bild 3: Unabhängigkeitstag (Polen) – Zusammen für die Unabhängige // (cc) Lukas Plewnia / Polen Heute [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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