Tod von Zwilligen: Arlukowicz kontrolliert

Mitte Januar kam es zu einem Unglück in einem Krankenhaus in Wloclawek (Leslau) – eine hochschwangere Frau verlor dabei ihre Zwillinge. Jetzt wird das Krankenhaus wegen falscher Behandlung beschuldigt, die Ermittlungen laufen. Nun will Gesundheitsminister Bartosz Arlukowicz, dass alle gynäkoligischen Abteilungen der Krankenhäuser im ganzen Land kontrolliert werden.

Gesundheitsminister Bartosz Arlukowicz mit dem Premierminister Donald TuskIn der Nacht zwischen dem 16. und 17. Januar kam es in einem Krankenhaus in Leslau (Woiwodschaft Kujawien-Pommern) zu einer Tragödie – eine Frau hat die Fehlgeburt ihrer Zwillinge erlitten. Die Kinder hätten per Kaiserschnitt auf die Welt kommen sollen, doch wegen mangelnder medizinischer Betreuung ist es nicht gelungen, die Zwillinge zu retten. Die verzweifelten Eltern beschuldigen das Krankenhaus, die Ermittlungen zur Klärung dieses Vorfalls haben begonnen. Viele Beweise sowie Zeugenaussagen sollen Medienberichten zufolge die Aussagen der Eltern bestätigen. Dies will Gesundheitsminister Bartosz Arlukowicz nun prüfen und hat heute Kontrollen in allen gynäkologischen Abteilungen der Krankenhäuser in ganz Polen angekündigt.

Die schwangere Frau war ins Krankenhaus gekommen, weil heftige Blutdruckschwankungen sie beunruhigt hatten. Die anwesende Ärztin stellte fest, dass momentan niemand anwesend sei, einen Kaiserschnitt durchzuführen, um die Zwillinge zu retten. Deshalb hat sie den Eingriff auf den nächsten Tag verschoben. In der Nacht kam es jedoch zum Tod der Föten.

Falsche Behandlung

Laut den bisher gesammelten Informationen, die der Gesundheitsminister schriftlich bekommen hat, gibt es Lücken in der Dokumentationen der Ultraschall- und CTG-Untersuchungen. Es sollen auch ernsthafte Unzulänglichkeiten in der medizinischen Betreuung der Patientin festgestellt worden sein. Die Kardiotokografie hätte Unstimmigkeiten gezeigt, worauf die anwesenden Ärzte hätten entsprechend reagieren müssen – also die Schwangerschaft mithilfe eines Kaiserschnittes beenden. Dies war jedoch nicht möglich, weil der dafür zuständige Chefarzt nicht anwesend war.

Ein weiteres Problem in dieser Sache ist die fehlende Dokumentation. Laut den Ergebnissen bisheriger Ermittlungen fehlen Ultraschall-Aufnahmen, die an genau diesen beiden Tagen gemacht worden waren, an denen sich das Unglück der schwangeren Patientin abspielte. Die Staatsanwaltschaft hat daher ein Rechtsverfahren gegen das Leslauer Krankenhaus eingeleitet.

Kontrollen in ganz Polen

Minister Arlukowicz hat heute die Entscheidung getroffen, Kontrollen in allen gynäkologischen Abteilungen in Polen durchzuführen. Während dieser Kontrollen soll geprüft werden, ob alle Prozeduren hinsichtlich der Kaiserschnitte sowie der Behandlungen bei der Geburt richtig umgesetzt werden. Arlukowicz betonte, diese Entscheidung sei nicht nur eine Folge des Unglücks aus Leslau, sondern auch Folge verschiedener Meldungen über Unstimmigkeiten bei der Betreuung schwangerer Frauen aus ganz Polen.

Bild: Gesundheitsminister Bartosz Arlukowicz mit Premierminister Donald Tusk// (cc) KPRM [CC BY-NC-ND 2.0] / Flickr

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