Tusk – der nächste Präsident?

Einer aktuellen Befragungen zufolge würde die Hälfte der Polen für Donald Tusk in den Präsidentenwahl stimmen. Es wird allmählich immer deutlicher, dass die polnischen Bürger mit der Präsidentschaft von Andrzej Duda unzufriedener sind.

Millward Brown hat im Auftrag des Fernsehsenders TVN eine Umfrage durchgeführt, in der die Befragten entscheiden sollten, für wen sie im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahl stimmen würden – Donald Tusk oder Andrzej Duda. Die Befragung fand Mitte April statt – befragt wurde eine Gruppe von 1001 Polen im Alter 18 Jahre und mehr, die allgemeinpolnische Befragung erfolgte telefonisch. 50% der Befragten würden ihre Stimme für Tusk abgeben und 45% für Duda.

Die Abgeordneten der Oppositionspartei Bürgerplattform (PO) – zu der Tusk früher gehörte – sind der Meinung, dass solche Befragungen zeigen, wie sich das Vertrauen der Gesellschaft ändert. Die Mehrheit der Polen habe schon genug von einem Präsidenten, der es zulässt, dass die Verfassung gebrochen werde und der nur im Interesse einer Partei (Recht und Gerechtigkeit, PiS) handele.

Bild: Donald Tusk: Bild: Donald Tusk // (cc) KPRM [CC BY-NC-ND 2.0] / Flickr

 

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17 Antworten auf "Tusk – der nächste Präsident?"

  1. Fritz Fuchs sagt:

    Wenn er einmal antreten sollte – die Stimmen meiner Familie sind ihm sicher.
    Ich als in Danzig ansässiger Deutscher würde ihn natürlich auch wählen, wenn man mich ließe.
    Hoffentlich hat die Umfrage nicht nur rhetorischen Charakter, denn ein Präsident Tusk hätte natürlich in ganz Europa eine positive Wirkung, die das Land dringend benötigt, ihm sehr zugute käme und nach den Marionetten Duda/Szydło ihres Strippenziehers Kaczyński geradezu befreiend wirken müsste.
    Also: Glückauf, Donald!

    • Deutsch-Pole sagt:

      Also meine Stimme bekäme dieser Metzger des Sozialstaates genauso wenig wie die aktuelle Marionette des nationalen Demagogen. Ich habe Genug davon, immer nur das (vermeintlich) kleinere Übel zu wählen. Tusk und seine PO sind doch mit ihrer neoliberalen und zynisch-arroganten Politik doch überhaupt erst Schuld daran, dass eine Partei wie die PiS und Kaczyński die Wahl gewinnen konnte.

      • Fritz Fuchs sagt:

        Kaczynski war ja schon Ministerpräsident seines Bruders Lech und wurde von Tusk nur verdrängt. Wenn es den Wählern niemals besser gegangen wäre, als in den zwei Jahren unter Jarek K. (was dieser ja steif und fest behauptete), dann hätte er die ohne Not angesetzte Wahl doch gewonnen.
        Dass natürlich im Lande noch immer einiges im argen liegt (insbesondere die Renten und Krankenversicherung und die ärztliche Versorgung und das Arbeitsrecht ganz allgemein) lässt sich nicht von der Hand weisen, aber daran, vom Arbeitsrecht abgesehen, dürfte sich wegen der mit einer spürbaren Verbesseung der Lage verbundenen ungeheuren Kostenlawine auf absehbare Zeit nichts ändern, so dass es diesbezüglich einerlei ist, wer die Regierungsverantwortung trägt. Ich bin übrigens selbst betroffen, obwohl ich meine Beiträge der DAK überweise.

        Die Wahl zwischen nur zwei aussichtsreichen Parteien ist tatsächlich ein Übel, von dem aber fast alle demokratisch verfassten Länder betroffen sind. In Polen ist aufgrund seines Wahlrechts bereits eine Partei unterhalb der 40%-Grenze mit der absoluten Mehrheit im Sejm gesegnet – und was neue Kräfte betrifft, so haben die es naturgemäß überall sehr schwer, als Gegengewicht spürbar zu werden.
        Aber der Handlungsspielraum einer jeden Partei findet seine Grenzen an den gewachsenen Realitäten und der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft.
        Deswegen und auch, weil sie mehr Vernunft und Umsicht bewies, ist mir die PO lieber, denn sie kooperierte gut mit der EU und Polen hatte daher in Brüssel in Gestalt der Deutschen und Franzosen potente Fürsprecher an seiner Seite. In dieser für das Land vorteilhaften Situation ist die PiS-Chaotentruppe nicht.

        In Polen hat an einer Wahlrechtsänderung natürlich niemand Interesse, so dass es bei der von Ihnen beklagten Wahl zwischen Pest und Cholera vermutlich bleiben wird.

        Aber ein Trost ist das nicht.

        • Deutsch-Pole sagt:

          Einziger Trost wäre: als Präsident könnte Tusk wenigstens etwas weniger falsch machen als er es als Premier getan hat…

    • Franz sagt:

      Ja der fotogene Donald! Für mich nur einer der typischen Politblender die ihr Fähnchen nach dem Winde drehen und nur für Ihre Interessengruppen arbeiten. Gerhard Schröder lässt grüßen. Das Volk ist für die nur Manövriermasse.

  2. Deutsch-Pole sagt:

    Erchreckend. Denn das zeigt die katastrophale Lage im polnischen Parteien- und Politsystem. Den national-konservativen Teufel mit dem neoliberalen Belzebub austreiben? Warum muss Demokratie immer nur die Wahl zwischen Cholera und Pest sein?

    • ulisan sagt:

      Das ist der Zeitgeist. Nicht nur in Polen, auch in vielen anderen Ländern (in fast allen Ländern) in Europa bewegen sich die Menschen in Richtung rechter Nationalstaat. Die Teile des Volkes, denen es besser geht, fühlen sich nicht mehr verantwortlich für diejenigen, die weniger am Gesamtwohl partizipieren. Egal, ob in Polen, Deutschland, Frankreich, England usw., überall ist die politisch Linke auf dem Weg ins Abseits. So ist es in Polen tatsächlich so, wie Deutsch-Pole schreibt, man hat nur die Wahl zwischen zwei Übeln.
      Bei der kommenden Wahl in Deutschland ist es völlig gleich, ob die eine oder die andere Partei mehr oder weniger Stimmen bekommt. Es wird alles bleiben, wie es ist.
      Für politisch interessierte Bürger ein Desaster.

    • Beelzebub sagt:

      Lieber Deutsch-Pole,
      ich verstehe Leute wie Sie nicht. Sich immer über alles und jedem beschweren und immer alles besser wissen. Bitte! Wenn alle so schlimm sind (>Pest und Cholera), machen Sie es doch besser! Zeigen Sie was in Ihnen steckt und liefern Sie einmal Inhalte statt ständiger Streitsucht!

      Ich verbleibe mit: Glückauf, Donald!

      • Deutsch-Pole sagt:

        „ich verstehe Leute wie Sie nicht.“
        Das liegt dann aber an Ihnen, nicht an mir.

        „Sich immer über alles und jedem beschweren und immer alles besser wissen.“
        Ich beschwere mich nicht, ich sage nur wie es ist!

        „Bitte!“
        Danke für gar nichts!

        „Wenn alle so schlimm sind (>Pest und Cholera), machen Sie es doch besser!“
        Das gute alte Totschlagargumet ohne jeglichen Inhalt… Das ist kein echtes Argument und lässt sich natürlich auf alles und jeden anwenden. Übrigens auch auf Kaczyński-Gegener…

        „Zeigen Sie was in Ihnen steckt und liefern Sie einmal Inhalte statt ständiger Streitsucht!“
        Ich liefere stets Inhalte und Argumente. Wenn Sie diese nicht begreifen und verstehen können, liegt das nicht an mir.

        Ich bin wieder streitsüchtig noch besserwisserisch. Ich sehe nur eben die Welt wie sie ist und nicht wie sie sein sollte…

        „Ich verbleibe mit: Glückauf, Donald!“
        Es steht Ihnen völlig frei Ihre Sympathie für Donald Tusk zu bekunden. Schließlich leben wir in einem Europa mit freier Meinungsäußerung. Nur haben Sie – genauso wenig wie ich – einen Anspruch darauf, dass Ihrer Meinung nicht widersprochen wird. Mit abweichenden Meinungen und Gegenargumenten müssen Sie schon klar kommen, sonst sind Sie keinen Deut besser als die PiSowskis!

      • Deutsch-Pole sagt:

        Wenn Sie abweichende Meinungen als Provokation und Streitlust empfinden, dann sollten Sie mal mehr über sich selbst als über andere nachdenken…

  3. Franz sagt:

    Das ist ja mal eine Umfrage! Das TVN zum Axel Springer Konzern gehört ist bekannt und ist damit der Garant für unerhörte Glaubwürdigkeit. PO hatte unter Tusk 8 Jahre Zeit sich zu beweisen und deshalb haben die Polen zuletzt die in dem Moment einzig mögliche Alternative PIS gewählt.
    Die haben auch nicht das allein selig machende Parteiprogramm aber auf jeden Fall so Einiges schon aufgeräumt und damit die Zustimmung der Mehrheit. Das ergab meine private Umfrage unter Polen die ich kenne.
    Da fliegt doch der Herr Tusk extra von Brüssel nicht direkt nach Warschau sondern nach Zoppot/Danzig um von dort aus mit dem damals von ihm in Italien überteuert eingekauften und für nördliches Klima nicht geeignet ausgestatteten Neigezug nach Warschau.
    So konnte seine Anhängerschaft ihm dort den sprichwörtlichen grossen Bahnhof bereiten.
    Natürlich medienwirksam inszeniert aber nicht zu verwechseln mit der Mehrheit die für den amtierenden Präsidenten Duda steht.

  4. Deutsch-Pole sagt:

    „Das TVN zum Axel Springer Konzern gehört ist bekannt und ist damit der Garant für unerhörte Glaubwürdigkeit.“
    Das stimmt allerdings, dem He******** [Durch die Redaktion zensiert.] ist nicht zu trauen

    „PO hatte unter Tusk 8 Jahre Zeit sich zu beweisen und deshalb haben die Polen zuletzt die in dem Moment einzig mögliche Alternative PIS gewählt.“
    Es gab seiner Zeit durchaus noch andere Parteien im Angebot. Ob diese besser als PO gewesen wären steht auf einem anderen Blatt. Aber die einzige Alternative war die PiS beiweitem nicht.

    „Die haben auch nicht das allein selig machende Parteiprogramm aber auf jeden Fall so Einiges schon aufgeräumt und damit die Zustimmung der Mehrheit.“
    Aufgeräumt? Ja, vor allem beim Verfassungsgericht, bei den öffentlich-rechtlichen Medien (die mittlerweile genauso wenige glaubwüridg sind wie TVN) und auch sonst werden immer mehr Pöstchen an Parteifreundchen verteilt. In Sachen Korrouption und Seilschaften ist die PiS keinen Deut besser als seiner Zeit die PO.

    „Das ergab meine private Umfrage unter Polen die ich kenne.“
    Was keines falls repräsentativ ist.

    • Deutsch-Pole sagt:

      Pardon dass ich mich dazu habe hinreissen lassen, den Axelspringerverlag mit einem Begriff zu betitteln bei dem es um Hetze geht. Aber in Anbetracht dessen, wie dieser Verlag mit FAKT in Polen und mit BILD in Deutschland gegen das jeweils andere land hetzt und die Menschen gegeneinander aufwiegelt legt dieses Prädikat eben sehr nahe…

  5. Pole sagt:

    Wer? Tusk? In Polen ? HAHAHAHA Lassen Sie sich Merkel nehmen

  6. Friedrich Degner sagt:

    Wer etwas von europäischer Politik versteht, kann doch nicht ernsthaft meinen, dass Polen unter Leuten wie Kashinski, den Marionetten Duda und Sydllo auf Dauer Bestand in Europa hat!Aber wie ich viele Polen kennengelernt habe, wird sich dieses im Kern freiheitsliebende Volk diese Mannschaften um PIS nicht gefallen lassen.Hoffentlich bald,denn „Labberköpfe“ haben wir genug in der Welt ( s. Trump) und Psychopathen auch!

  7. Michal Sz. sagt:

    Wunschdenken und Propaganda im obenem Artikel. Es ist genau das Gegenteil.

    Andrzej Duda hat immense Unterstützung in Polen, 56% sind zufrieden. Tusk hat KEINE Chancen. Er koennte maximal 5% gewinnen 😉 . Vor allem, worueber die Leute in Westeuropa keine Ahnung haben, Tusk und sein Sohn fuer viele Korruptions- und politische- Skandale verantwortlich sind. Das koennten Sie von EU medien und Tusk natuerlich niemals hoeren 😉 . Vor ein Paar Jahren hat er Premierminister Stelle aufgegeben und Polen in Eile verlassen um sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Dank EU hat tusk (vorübergehend) Immunitet. Auch als Präsident des Europäischen Rates hat er Recht schon wiederholt gebrochen (der Parteilichkeit). Wenn es um seine „Kompetenzen“ geht ;)) … hat er gar keine,Tusk ist nur EU Marionette.

    Ich wiederhole – in Polen ist Donald Tusk politisch Schluss ist.

    • Alexander sagt:

      Hallo Michal,

      das haben mir so viele Polen gesagt, was Sie beschreiben. Ist denn aus den Beschuldigungen in Polen etwas geworden? Das würde mich persönlich interessieren.

      Vielen Dank
      Alexander

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