Tusk und Walesa bei Thatcher-Begräbnis

Auch in Polen sind der Tod und die Kontroversen um die „Eiserne Lady“ ein wichtiges Thema; heute meldeten polnische Zeitungen, dass führende polnische Politiker am Begräbnis von Margaret Thatcher teilnehmen werden. Unter den 2.000 geladenen Gästen sind demnach Ministerpräsident Donald Tusk und der frühere Solidarnosc-Vorsitzende Lech Walesa, der neben Papst Johannes Paul II. als bekanntester Pole bezeichnet werden kann. Erwartet werden zudem Außenminister Radoslaw Sikorski sowie Finanzminister Jacek Rostowski. Diese Politiker stehen in Polen für die konservativ-liberale Denkrichtung, für die sich die frühere britische Premierministerin einsetzte.

Diese Woche Mittwoch findet das seit langem umstrittenste Begräbnis Europas statt – Thatcher wird in der St. Paul’s Kathedrale in London beigesetzt. Das große Zeremoniell wird nahezu 10 Millionen Pfund kosten; überdies kommt Queen Elisabeth II., die seit der Beisetzung von Winston Churchill keiner Trauerfeier beiwohnte.

Thatchers Erbe

Was bleibt übrig nach dem Tod der früheren Premierministerin? Diese Frage stellen sich auch polnische Medien. Dabei werden besonders die Sympathie zu Polen und ihr Einsatz für den Fall des Kommunismus hervorgehoben. Außerdem wird sie im positiven Sinne als große Staatsfrau betrachtet, die sehr konsequent im Falklandkrieg agierte.

Doch kommen darüber hinaus kritische Töne auf: Berichtet wird über ihren Kampf gegen Gewerkschaften und über die Kontroversen, die Thatcher nach ihrem Tod weiter auslöst. Dabei heben Medien besonders das teure Fast-Staatsbegräbnis hervor und den Widerwillen vieler Briten, die für die Beisetzung nicht mit ihren Steuergeldern zahlen wollen.

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