Ungarn und Polen: eine Freundschaft

Die Präsidenten Janos Ader und Bronislaw Komorowski nahmen am Samstag an einer heiligen Messe in Kattowitz teil. Die Gelegenheit zu diesem Treffen war die Enthüllung des Denkmals von Henryk Slawik und Jozsef Antall. Diese Politiker sind ein Beispiel für die exzellente polnisch-ungarische Zusammenarbeit. Beide retteten zwischen 1939 und 1944 circa 5 Tausend Juden. Slawik ist zum polnischen “Schindler” avanciert, Antall dafür zum “Polenvater” in Ungarn.

„Das Leben von Slawik und Antall soll uns dazu ermutigen Brücken der Freundschaft zu bauen, die haltbarer sind als Krieg und Hass“,  appellierte am letzten Samstag Erzbischof Wiktor Skworc während einer Messe unter Beteiligung des ungarischen und des polnischen Präsidenten in Kattowitz.

Slawik und Antall lernten sich im Oktober 1939 in einem Lager für polnische Flüchtlinge in Ungarn kennen. Antall besuchte das Lager als hoher Beamter im Ministerium für innere Angelegenheiten des Königreichs Ungarn. Seine Verantwortung war die Organisation und Betreuung von polnischen Flüchtlingen. Slawik wurde damals Beauftragter für Angelegenheiten der polnischen Flüchtlinge in Ungarn.  Die gegenseitige Kooperation führte zur Schaffung von sozialen und medizinischen Betreuungsangeboten sowie zu Bildungsangeboten. Slawik und Antall wurden mit dem jüdische Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. Slawik ist zum polnischen “Schindler” avanciert worden, Antall dafür zum “Polenvater” in Ungarn.

Die Enthüllung des Denkmals durch beiden Präsidenten war Teil der Feierlichkeiten um Tag für die polnisch-ungarischen Freundschaft in Kattowitz. Während der Feier kündigte der Bürgermeister von Budapest Gabor Tamas Nagy an, im April wolle die Regierung in Budapest entscheiden, dass  ein Teil des Donau Ufers nach Slawik benannt wird. Im Zweiten Weltkrieg wurden dort Tausende von den Nazis getötet.

Pole, Ungar… und Russe

„Mit dem ungarischen Volk vereinigt uns vieles. Die Geschichte, der Kampf gegen das kommunistische Regime und die Zugehörigkeit zur europäischen Kultur“, so Skworc in seiner Predigt. Polen und Ungarn verbindet traditionell eine jahrzehntelange friedliche Zusammenarbeit, was das alte Sprichwort “Pole und Ungar – zwei Brüder am Säbel und am Glas” verdeutlicht. Das ungarische Volk erfreut sich in Polen großer Beliebtheit. Nun wird die Freundschaft auf die Probe gestellt, wenn es um die Politik gegenüber Russland geht.

Am Freitag sagte Präsident Komorowski: „Wir können uns auf die vollständige Umsetzung der EU-Verpflichtungen in Bezug auf Sanktionen gegen Russland und die Unterstützung Ungarns verlassen.“ Die internationale Krise zwischen Russland und der westlichen Welt verschärft sich immer weiter. Ob es naiv oder doch vernünftig ist, an Ungarns Aussage zu glauben, wird sich sehr wahrscheinlich in naher Zukunft zeigen.

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