Unglückskrankenhaus in Kutno

Drei Familien, drei Babys und drei Tragödien – alles ereignete sich in einer Stadt und in einem Krankenhaus. Drei Säuglinge sind zwar aus verschiedenen Gründen, aber in ein- und derselben Klinik gestorben. Der letzte Todesfall geschah vor ein paar Tagen – ein anderthalb Jahre alter Junge ist abgelehnt und nach Hause zurückgeschickt worden. Ein paar Stunden später lebte das Kind nicht mehr. Der Fall wird gerade von der Staatsanwaltschaft untersucht.

Das Kommunalkrankenhaus in Kutno (Woiwodschaft Lodz) ringt aktuell mit einem großen Problem: in einem relativ kurzen Zeitraum (Januar 2014 – Februar 2015) sind in der Klinik drei Säuglinge gestorben. Dabei fühlt sich in zwei Fällen die Klinik nicht verantwortlich für die Tragödien. Erst nach dem letzten Kindstod gab die Sprecherin des Krankenhauses bekannt, in dieser Frage würden Ermittlungen eingeleitet. Doch die Staatsanwaltschaft will sich alle drei Fälle näher anschauen.

Anfang des letzten Jahres wurde in den Medien die Geschichte eines sechs Monate altes Mädchens beschrieben. Die kleine Basia war von ihrem Kinderarzt ins Krankenhaus eingewiesen worden. Das Kind befand sich in einem kritischen Zustand. Der gerufene Krankenwagen, mit dem das Mädchen in eine Spezialklinik in Lodz transportiert werden sollte, ließ aber drei Stunden auf sich warten – eine zu lange Zeit für den Säugling, der inzwischen verstarb. Die Schuld für diesen Vorfall schoben sich damals die Krankenhausärzte gegenseitig zu.

Im November 2014 wurde über den kleinen Wiktor berichtet. Der Junge kam als Frühgeborener zur Welt. Ein paar Tage nach der Geburt war er Patient des Kutnoer Krankenhauses, dann entließen ihn die Ärzte. Nach wenigen Tagen zu Hause landete der kleine Wiktor im kritischen Zustand wieder in der Klinik. Auch bei ihm entschied man sich für den Transport in die Spezialklinik in Lodz, wo er einer Blutvergiftung erlag. Die Lodzer Ärzte betonten, das Kind hätte nach der Geburt nicht nach Hause entlassen werden dürfen.

Krankes Kind wird abgewiesen

Der letzte Todesfall ist ganz frisch. Vor ein paar Tagen meldete sich die Mutter mit ihrem anderthalb Jahre alten Sohn Maciek beim Krankenhaus, weil das Kind nicht atmen konnte. Der Kinderarzt stellte Bronchitis fest und wies das Kind in die Klinik ein. Dort aber wurde die Mutter wegen Platzmangel abgewiesen. Die zuständige Ärztin soll ihr noch gesagt haben, viele Kinder im Krankenhaus seien an Lungenentzündung erkrankt und der kleine Maciek hätte sich anstecken können. Die Mutter bekam für ihren Sohn ein Antibiotikum und wurde nach Hause geschickt. Dort verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Jungen, sodass er später starb.

Laut den ersten Ergebnisse der Autopsie soll der Todesgrund nicht eine Krankheit, sondern das Ersticken durch ein Kunststoffteil aus einem Kugelschreiber sein. Weitere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden eingeleitet, die anderen Todesfälle sollen auch untersucht werden.

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