Urteil zur größten Baukatastrophe

Vor über zehn Jahren erschütterte eine Bautragödie die Nation – während einer Messe in Kattowitz ist unter der zu großen Schneelast das Dach des Gebäudes eingestürzt, wobei mehrere Menschen umkamen und verletzt wurden. Der Prozess dauert bereits sieben Jahre und heute wurde das Urteil gefällt.

Polnische FlaggeAn diese Tragödie können sich fast alle Polen erinnern: Am 28. Januar 2006 stürzte während einer Messe in Kattowitz das Dach des Veranstaltungsgebäudes ein. 65 Personen kamen ums Leben und 140 wurden verletzt. Das Dach hat die Schneelast nicht ausgehalten und fiel auf die Messebesucher. Dieses Ereignis hatte zur Folge, dass seit diesem Zeitpunkt in ganz Polen besonders penibel auf die Dachschneeräumung geachtet wird.

Natürlich stellte man sich gleich die Frage, wie es zu einer derartigen Situation gekommen ist – schließlich war das nicht der erste Winter mit viel Schnee in Polen. In den vergangenen Jahrzehnten waren diese Jahreszeiten noch strenger und die Dächer haben es trotzdem ausgehalten. Deswegen wurden entsprechende Ermittlungen eingeleitet, ob ein Mensch an dem Unglück Schuld war. Dann begann vor sieben Jahren das Gerichtsverfahren, das nun beendet wurde.

Internationale Kattowitzer Messe für schuldig erklärt

Angeklagt in diesem Verfahren wurden der leitende Architekt der Messehalle, Vorstandsmitglieder der Gesellschaft, der das Gebäude gehörte, sowie weitere Personen, die die Gefahr nicht verhinderten, obwohl sie über diese gewusst haben sollen. Insgesamt mussten sich neun Personen verantworten. Die Angeklagten wurden zu jeweils zwischen drei bis zehn Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

Der leitende Architekt wurde des bewussten Verursachens der Katastrophe für schuldig erklärt und muss für zehn Jahre hinter Gitter. Die Vorstandsmitglieder haben Urteile über drei Jahre Haft bekommen. Die Verteidigung kündigte Berufung an.

Bild: Polnische Flagge // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] / polen-heute.de/Flickr

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