Verschreibungspflichtige „Pille danach” immer näher

Die konservative Einstellung der regierender Partei PiS in Fragen der Verhütung und Familienplanung verursacht immer wieder Kontroversen und sogar Konflikte. Die „Pille danach“ gehört zu diesen umstrittenen Themen. Die parlamentarische Gesundheitskommission befürwortet die Verschreibungspflicht der Notverhütung, doch der Sejm verzichtet erstmal auf die Lesungen der Novellisierung und auf die Debatte darüber.

Die parlamentarsiche Gesundheitskommission hat mehrere Tage gebraucht, um zur Einigung im Thema der Pille danach zu kommen. Die Pille EllaOne ist immer noch rezeptfrei in Polen, doch die Regierung von Beata Szydlo kündigt immer wieder an, das Gesetz von 2015 zu ändern. Die Polinnen haben aber bereits Probleme, die Pille zu kaufen – viele Apotheker berufen sich auf die sogenannte „Gewissensklausel“, die eigentlich nur für Ärzte gilt.

Die konservavtive Regierung von Recht und Gerechtigkeit (PiS) ist wieder ein Stück näher am umstrittenen Ziel – die Gesundheitskommission hat am Mittwoch der Novellisierung das OK gegeben. Das neue Gesetz sollte heute in der Plenarsitzung des Sejm vorgestellt und diskutiert werden. Doch im letzten Moment wurde dieser Punkt aus der Tagesordnung gestrichen – informierte der Vize-Sejmarschall Joachim Brudzinski.

Was der Grund für diese Entscheidung war, wurde nicht bekanntgegeben. Auf jeden Fall muss die PiS-Regierung mit einer starken Kritik seitens der Opposition rechnen. Diese appelliert an die konservativen Politiker, den Frauen ihre Rechte nicht wegzunehmen sowie die Pille danach mit den Abtreibungspillen nicht zu verwechseln – was unter den PiS-Politikern sehr oft vorkommt.

Bild: Polnisches Gesundheitsministerium  // (cc)  Lukas Plewnia – polen-heute.de [CC BY 2.0] / Flickr

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2 Antworten auf "Verschreibungspflichtige „Pille danach” immer näher"

  1. Deutsch-Pole sagt:

    Eine solche Rezeptpflicht wurde nur zu etwas führen, was die PiS ja eigentlich verhindern will: es wird mehr Abtreibungen. Entweder im benachbarten Ausland – oder wirklich schlimm – illegal durch fragwürdige Engelsmacherinnen. Ein typischer Fall wo Fundamentalismus und eine mangelnde Bereitschaft zur einer sachlichen Realpolitik alles nur noch viel schlimmer macht. Egal ob man für oder gegen Abtreibung ist, Abtreibung kann nur durch freien Zugang zu Verhütungsmittlen und eine Liberalisierung und Regelierung der Abtreibung selbst minimiert werden.

    • ulisan sagt:

      Erklären Sie das mal der eigentlichen Führung in Polen, der katholischen Kirche. Selbstbestimmung der Frauen ist für die Teufelskram.

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